26.03.2019 
Milliardenverlust fast verdoppelt

WeWork macht mehr Miese als Umsatz

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Der Coworking- und Immobilienkonzern The We Company, früher WeWork, macht immer größere Verluste. Alleine im angelaufenen Jahr belief sich das Minus auf 1,93 Milliarden Dollar, wie das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf Unternehmensangaben berichtete. Damit haben sich die Verluste binnen eines Jahres fast verdoppelt. Ebenso wie der Umsatz. Der lag im abgelaufenen Jahr bei immerhin 1,82 Milliarden Dollar - aber damit niedriger als die Verluste. Laut "Wall Street Journal" hatte das Start-up ursprünglich das Ziel ausgegeben, bis 2019 profitabel sein zu wollen.

Die Unternehmensführung begründete die massiven Verluste mit Investments in neue Gebäude. Neben klassischen Coworking-Spaces vermietet das Start-up, das sich vor einigen Monaten in The We Company umbenannt hat, mittlerweile auch ganze Gebäudekomplexe und bietet umfassende Dienstleistung bei der Planung und dem Betrieb von Unternehmensniederlassungen an. Auch im Handel und der Bildung ist The We Company aktiv.

Das Gros des Umsatzes - rund 93 Prozent - stammt aber immer noch aus Mitgliedsbeiträgen von Coworking- und Immobilienkunden sowie zugehörigen Dienstleistungen. Mit Stichtag im Dezember hatte The We Company den Angaben zufolge mehr als 400.000 Mitglieder in mehr als 100 Städten unter Vertrag. Ein Drittel davon sind den Angaben zufolge mittlerweile größere Unternehmen, die zum Teil ganze Niederlassungen von WeWork angemietet haben und diese teilweise auch von dem Start-up betreiben lassen.

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Die Auslastung hat allerdings nachgelassen. Sie ist binnen Jahresfrist von 84 auf zuletzt 80 Prozent gefallen. Auch der im Durchschnitt pro Mitglied erzielte Umsatz ist gesunken - auf 6.360 Dollar. Laut "Wall Street Journal" ist das ein Rückgang um 13,5 Prozent gegenüber Anfang 2016. Eine Entwicklung, die WeWork mit der Expansion in weniger lukrative Gegenden begründet.

Das Unternehmen, das zuletzt mit nachlassender Begeisterung von Investorenseite konfrontiert war, sieht die wachsenden Verluste indes nicht als Anlass, bei der Expansion nachzulassen. Man sitze auf "mehr als 6 Milliarden Dollar in Cash", zitierte die Zeitung WeWork Vize-Chairman Michael Gross. "Wir haben eine Menge Kapital in vielen Taschen und wir haben eine große Gelegenheit vor uns."

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