26.07.2018 
Zwischen Mindestlohn und 500.000 Euro Preisgeld

Das verdienen Tour-de-France-Fahrer

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2. Teil: Millionengagen und Mindestlöhne

Knapp 80 Prozent der Ausgaben von Team Sky - und damit auch knapp 80 Prozent seines 31-Millionen-Pfund-Budgets - geht laut Jahresabschluss für "Staff and rider costs" drauf, das heißt für die Bezahlung von Froome und Thomas, aber auch von Mechanikern, Fahrern, Köchen und der sportlichen Leitung. Wie viel davon bei den Fahrern landet, lässt sich aus der Bilanz nicht herauslesen, zumal die Athleten nicht unbedingt unter den offiziell 33 Beschäftigten des Rennstalls gezählt werden müssen, sondern auch als "contractors", also gewissermaßen als Subunternehmer, in den Büchern landen.

Zur Einschätzung der Fahrergehälter gibt es entsprechend zwei maßgebliche Faktoren: Medienberichte, die entweder von Experteneinschätzungen oder aber durchgestochenen Zahlen leben, und die für Rennen der obersten Kategorie geltenden Mindestlöhne des Weltradsportverbands UCI.

Letztere haben der Verband und Vereinigungen von Fahrern und Teams erst im September vergangenen Jahres angehoben: Teams der World Tour, also der höchsten UCI-Kategorie, müssen ihren Fahrern seitdem mindestens 38.115 Euro pro Jahr zahlen; für junge Athleten unter 25, die erstmals für ein Team starten, sind es 29.370 Euro. 2018 und 2019 sollen diese Summen jeweils um zwei Prozent steigen.

Am anderen Ende der Rangliste sind nur wenige Fahrer unterwegs: Der slowakische Sprinter Peter Sagan, der seit 2017 für das deutsche Bora-Hansgrohe-Team fährt, soll dort bis zu 6 Millionen Euro im Jahr verdienen. In ähnlichen Sphären sind laut verschiedenen Berichten Tour-Seriensieger Christopher Froome und Ex-Champions wie der Italiener Vincenzo Nibali unterwegs. Edelhelfer, die ihre Kapitäne den Großteil des Rennens über im Windschatten halten und Attacken anderer Rennställe abwehren, sehen Experten im mittleren sechsstelligen Bereich.

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