15.05.2019 
Starkes erstes Quartal

RWE hängt Eon ab und entzückt Aktionäre

Der Energieriese RWE hat vor dem geplanten Umbau zu einem der größten europäischen Ökostromkonzerne seinen Gewinn deutlich erhöht.

Der Energiekonzern RWE hat deutlich mehr verdient und von einem überraschend guten Handelsgeschäft profitiert. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sei im ersten Quartal auf 510 Millionen Euro gestiegen - nach 299 Millionen im Vorjahreszeitraum, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit.

Damit übertraf RWE die Analystenprognose, die im Schnitt bei 302 Millionen Euro lag. RWE schnitt damit auch deutlich besser ab als der Wettbewerber Eon, dessen operativer Gewinn um 8 Prozent fiel und dessen Nettogewinn sich gar mehr als halbierte. Anleger griffen beherzt zu, die Aktie von RWE führte am Vormittag mit Zugewinnen von mehr als 3 Prozent den Dax an. Aktien von Eon gaben mehr als 5 Prozent nach und waren schlechtester Wert im deutschen Leitindex.

Das bessere Ergebnis sei vor allem durch ein starkes Handelsgeschäft erzielt worden. Im schwankungsanfälligen Energiehandel sei zwischen Januar und März ein operativer Gewinn von 255 Millionen Euro erzielt worden, nach einem leichten Verlust im Vorjahr. Etwas mehr verdient hat RWE auch mit Braunkohle- und Kernkraftwerken - vor allem dank höherer Großhandelspreise.

In der Sparte europäische Erzeugung schrumpfte der Gewinn unter anderem wegen einer geringeren Stromproduktion auf 63 von zuvor 159 Millionen Euro. Hier erwartet RWE im Gesamtjahr ein Ergebnis am unteren Ende der Spanne von 250 bis 350 Millionen Euro.


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Die Zahlen umfassen die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel ohne operative Beiträge der Tochter Innogy, die derzeit von Eon übernommen wird. Bei der Umsetzung der Transaktion mit Eon sieht sich RWE weiter "voll im Zeitplan".

Finanzchef Markus Krebber bekräftigte die Ergebnis- und Dividendenprognose für 2019. Danach soll etwa das bereinigte Ebitda bei 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro liegen und die Dividende auf 80 von zuletzt 70 Cent je Anteilsschein steigen.

rei/dpa/Reuters

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