09.12.2019 
United Internet trennt sich von Beteiligung

Rocket Internet kauft eigene Aktien - neue Spekulationen über Börsenrückzug

Der Startup-Entwickler Rocket Internet und der "1&1"-Eigentümer United Internet gehen getrennte Wege. Die beiden Unternehmen wollen ihre Überkreuz-Beteiligungen über zwei Aktienrückkäufe auflösen, wie Rocket und United am Montag mitteilten.

"Die Beteiligung an Rocket Internet hat keine großen strategischen Wert mehr für uns", sagte eine United-Sprecherin in Montabaur. United Internet war bereits vor dem Börsengang des Berliner Unternehmens vor fünf Jahren bei Rocket eingestiegen und musste das Anteilspaket 2016 um eine Viertelmilliarde Euro abschreiben. Nun will Rocket die verbliebene Beteiligung von 7,4 Prozent für 241 Millionen Euro zurückkaufen. Im Gegenzug kauft United einen Großteil des von Rocket gehaltenen United-Aktienpakets für den gleichen Betrag zurück.

Insgesamt will Rocket bis zu 10 Prozent der eigenen Aktien zurückkaufen. Dafür bietet das Unternehmen vom 10. bis zum 18. Dezember 21,50 Euro - weniger als den Börsenkurs. Am Montag stiegen die Papiere um 4,5 Prozent auf 22,74 Euro. Insgesamt würde das Berliner Unternehmen damit bis zu 324 Millionen Euro für eigene Aktien ausgeben. Geld für solche Aktionen ist reichlich da: Die zur Verfügung stehenden liquiden Mittel beliefen sich zum Ende des dritten Quartals laut Unternehmensangaben auf 2,5 Milliarden Euro.

United Internet wiederum will bis zu 4,4 Prozent seiner Aktien für 267 Millionen Euro kaufen, knapp 4 Prozent davon will allein Rocket Internet abgeben. Auch der Angebotspreis dafür liegt mit 29,65 Euro unter dem Börsenkurs von 30,49 Euro.

Zu den Motiven des Aktienrückkaufs wollte sich eine Rocket-Sprecherin nicht äußern. Die Startup-Schmiede hatte vor kurzem noch bei United Internet aufgestockt.


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Vorstandschef und Großaktionär Oliver Samwer hatte kürzlich einen Bericht des manager magazins dementiert, Rocket Internet wieder von der Börse zu nehmen. Mit dem Aktienrückkauf und der anschließenden Einziehung der Papiere kann das Grundkapital aber soweit herabgesetzt werden, dass Samwer seine Beteiligung von zuletzt 44 Prozent in Richtung 50 Prozent treiben könnte. Ein Rückzug von der Börse würde damit in greifbare Nähe rücken.

mg/rtr, dpa-afx

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