14.01.2019 
PG&E beantragt Gläubigerschutz

Feuerinferno treibt größten US-Energieversorger in die Pleite

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien treiben den größten US-Energieversorger PG&E (Pacific Gas und Electric Company) in die Pleite. Das Management beschloss die Ablösung von Konzernchefin Geisha Williams und kündigte am Montag einen Antrag auf Gläubigerschutz für Ende Januar an. John Simon soll vorübergehend die Geschäfte des Konzerns führen.

Im November hatten Waldbrände die Kleinstadt Paradise im Norden Kaliforniens völlig zerstört, dabei starben mindestens 86 Menschen. Opfer der Katastrophe werfen PG&E fahrlässiges Verhalten vor und fordern Schadenersatz. Auf das Unternehmen könnten im Zusammenhang mit den Bränden 2017 und 2018 Kosten von bis zu 30 Milliarden Dollar zukommen, berichtet der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Rahmen des nun gerichtlich überwachten Insolvenzverfahrens will der Konzern seinen Verpflichtungen nachkommen und sich einer Restrukturierung unterziehen. Der Prozess dürfte nach Auskunft von Beratern bis zu zwei Jahre dauern. Die Energieversorgung soll dadurch nicht beeinträchtigt werden.

PG&E beliefert in Kalifornien und darüber hinaus nach Informationen von Reuters 16 Millionen Kunden mit Strom und Erdgas. Mehr Kunden hat kein Energieunternehmen in den USA.

Zu Handelsbeginn in New York verlor die Aktie des Konzerns mehr als die Hälfte ihres Wertes auf rund 9 Dollar. Damit sackten die Papiere auf das tiefste Niveau seit Oktober 2002 ab.

PG & E hatte laut Reuters im vergangenen November noch milliardenschwere Kreditlinien in Anspruch genommen und verfügte am Freitag über liquide Mittel von 1,5 Milliarden US-Dollar. Der Konzern verhandelt nach eigenen Angaben mit möglichen Darlehensgebern über weitere Mittel in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar, die helfen sollen, den Betrieb während des Insolvenzverfahrens aufrecht zu erhalten.

rei mit Reuters

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