06.07.2018 
Experte warnt vor Verkauf an Abwickler

Generali verkauft seine Lebensversicherten

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2. Teil: "Auffällig hohe Beschwerdequoten" - Eindringliche Warnung vor Verkauf an Abwickler

Tatsächlich können Lebensversicherer auch ohne Einverständnis ihrer Kunden deren Verträge verkaufen, solange der Käufer insbesondere die garantierten Zinszusagen einhält. Darauf wird die Versicherungsaufsicht, die sich schon bei kleineren Bestandsverkäufen vergleichsweise viel Zeit gelassen hatte, genau schauen. Die künftige Überschussbeteiligung dagegen ist nicht garantiert und nicht Gegenstand so einer Prüfung.

Wie die Versicherer selbst hat auch ein Abwickler bei der Überschussbeteiligung Spielraum. Das Problem aus Sicht des Lebensversicherten: Das Neugeschäft ist eingestellt, der Käufer muss mit attraktiven Gewinnbeteiligungen keine Neukunden mehr werben und hat damit eigentlich keinen Grund, das Füllhorn über den Bestandskunden auszuschütten.

"Freiwillig wird kein Investor Geld für die Kunden locker machen", glaubt auch Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten (BdV). Alle Generali-Kunden müssten damit rechnen, zukünftig "noch spärlicher" mit Überschüssen bedacht zu werden.

Der Versicherungsaufsicht empfiehlt Kleinlein implizit, den Deal nicht zu genehmigen. Viridium sei bislang durch "auffällig hohe Beschwerdequoten" aufgefallen und kämpfe zudem mit IT-Problemen. Letzteres stelle zumindest die kolportierten Kostenvorteile in Frage, von denen die Kunden profitieren sollen. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Aufsichtsbehörde einem solchen Deal grünes Licht gibt", so Kleinlein.


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Lebensversicherer kämpfen seit Jahren mit anhaltenden Niedrigzinsen. Die hohen Renditeversprechen für alte Verträge mit einem Garantiezins von bis zu 4 Prozent können sie am Markt nur noch schwer erwirtschaften. Die meisten Lebensversicherer haben daher das Neugeschäft mit klassischen Policen eingestellt und verkaufen nur noch stark kapitalmarktorientierte Produkte, bei denen der Kunde das Anlagerisiko selbst trägt und lediglich die eingezahlten Beiträge abzüglich der Kosten garantiert sind.

Abwickler wie Viridium stehen bereit, die Bestände mit klassischen Policen zu übernehmen und die Verträge der Kunden bis zum Ablauf weiterzuführen. Viridium gehört dem Finanzinvestor Cinven und dem Rückversicherer Hannover Rück.

Bisher sind lediglich nur sechs kleinere Lebensversicherer an drei verschiedene Bestandsmanager gegangen. So hatte unter anderem der Versicherer Axa Deutschland stillgelegte Bestände der Pensionskasse Pro BAV mit 260.000 Verträgen an den Abwickler Frankfurter Leben verkauft. Dieser hatte 2017 auch 322.000 Verträge der Arag Leben übernommen. Hinter der Frankfurter Leben stecken der chinesische Investor Fosun und die BHF-Bank, die zuvor schon die Basler Leben in Deutschland übernommen hatte.

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