25.03.2019 
Insolvente Fluglinie

Rettung von Germania gescheitert

Die Rettung der insolventen Berliner Fluggesellschaft Germania ist gescheitert. Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg am Montag mit. Eine Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden. "Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt", hieß es in der Mitteilung weiter.

Anfang Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Seitdem dürften rund 250 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben - zum einen wegen der unsicheren Perspektiven für eine bereits gegroundete Fluggesellschaft. Zum anderen machten Konkurrenten auf Wachstumskurs dem Germania-Personal umgehend Job-Avancen. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte die Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

Knackpunkt sei dem Insolvenzverwalter zufolge der Zeitdruck gewesen. Denn man hätte mit den Bietern binnen zwei Monaten bis Ende März eine Lösung finden müssen. "Germania war gegroundet, wir hatten keine eigenen Flugzeuge und kein Geld, die Leasingraten zu bezahlen."


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Die bevorstehende Sommersaison und die Tatsache, dass die Branche dringend Flugzeugkapazitäten braucht, hätten den Investorenprozess zusätzlich erschwert. "Entsprechend schwierig war es, die Leasinggeber dazu zu bewegen, uns weiterhin die Flugzeuge zur Verfügung zu stellen - zumal wir die Leasingraten nicht bezahlen konnten", sagte Wienberg. "Das Flugverbot für die Boeing 737 Max hat die Situation zuletzt nochmal deutlich verschärft, weil dadurch Flugzeuge noch knapper wurden." Nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten dürfen derzeit weltweit keine Maschinen dieses Typs fliegen.

mg/dpa-afx, rtr

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