05.02.2019 
Nach Air-Berlin-Pleite

Germania beantragt Insolvenz - Flugbetrieb eingestellt

Foto: REUTERS-ARCHIV

2. Teil: Das Problem der Billigflieger

Insbesondere unter den sogenannten Billigfliegern herrscht ein enormer Wettbewerb mit erheblichen Überkapazitäten auf vielen Strecken. Nicht selten kalkulieren die Gesellschaften bei vergleichsweise dünner Kapitaldecke äußerst knapp, um sich am Markt behaupten zu können.

Über niedrigste Ticketpreise versuchen sie ihre Maschinen möglichst komplett zu füllen. Steigen dann unerwartet stark die Kerosinpreise oder legt ein Streik den Flugbetrieb lahm, bleiben dringend notwendige Einnahmen aus, was die Fluglinie schon in Turbulenzen bringen kann, wenn sie nicht über ausreichend Rücklagen verfügt.

Doch selbst größere Billigfluggesellschaften wie die Norwegian Air, die zu Hochzeiten rücksichtslos auf Wachstum setzte, flog zuletzt in eine tiefe Krise und hofft nun auf seine Rettung durch zwei norwegische Investoren. Norwegian beförderte im vergangenen Jahr 37 Millionen Passagiere und ist damit nach Ryanair und Easyjet der drittgrößte unabhängige europäische Billigflieger.

Alarmzeichen auch von Ryanair und Norwegian Air

Unmissverständliche Alarmzeichen sandte erst am Montag auch der größte Billigflieger Ryanair aus. Der irische Airline trudelte im vergangenen Quartal in die Miesen. Ryanair-Chef Michael OLeary warnte davor, die bereits gesenkten Jahresziele nicht erfüllen zu können. Er geht davon aus, dass auch 2019 mit überschüssigen Kapazitäten auf der Kurzstrecke zu rechnen sei.

Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Sie wurde 1986 gegründet, seit 2009 ist Berlin der Firmensitz. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline mehr als vier Millionen Passagiere pro Jahr zu mehr als 60 Zielen innerhalb Europas, nach Nordafrika sowie in den Nahen und Mittleren Osten. Zusammen mit der Schweizer Germania Flugbetrieb AG und der Bulgarian Eagle betrieb Germania zuletzt 37 Flugzeuge.

Erst Ende Oktober 2017 hatte die damals zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ihre Flugbetrieb eingestellt, rund 8000 Mitarbeiter waren betroffen. Im Herbst 2018 ging die Charterfluggesellschaft Small Planet Airlines mit Sitz in Berlin in die Insolvenz.

rei mit Nachrichtenagenturen

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