13.02.2019 
Ex-Sicherheitschef Stamos kritisiert oberste Führungsebene

"Es gibt eine Game-of-Thrones-Kultur bei Facebook"

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Um die Transparenz der Datenkrake Facebook steht es immer noch schlecht. Deshalb will das Bundeskartellamt die Sammelwut des sozialen Netzwerks jetzt massiv beschränken. Die Reaktion des Managements um Gründer Mark Zuckerberg darauf, der sich gegen die Entscheidung vor Gericht wehren will, kommentierte die "Börsen-Zeitung" höflich als "leicht entrückte Selbstwahrnehmung".

Doch für Datenkraken steht einiges auf dem Spiel, wenn Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden die Zügel anziehen, oder, wie die SPD jetzt vorschlägt, Facebook und Google per Gesetz gezwungen werden sollen, ihren Datenschatz mit Mitbewerbern zu teilen. Das Geschäftsmodell und die Erlösströme würden dann empfindlich gestört.

Die Abneigung, sich ins Geschäft reinreden zu lassen, ist insofern verständlich. Doch spätestens seit Facebook in den Skandal um massenhaften Missbrauch von Nutzerdaten durch Cambridge Analytica verstrickt wurde, wäre es wohl an der Zeit innezuhalten, die eigene Managementkultur und das Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen.

Alex Stamos, zwischen 2015 und 2018 Sicherheitschef bei Facebook, wollte diese Diskussion bei Facebook führen, lief damit aber offenbar beim Topmanagement und insbesondere bei COO Sheryl Sandberg auf. Er verließ den Konzern schließlich entnervt. Mittlerweile ist er Professor an der US-Elite-Universität Stanford.

Im Interview mit CNN kritisiert Stamos jetzt die Führungskultur des Topmanagements bei Facebook. Er spricht von "Machenschaften" auf höchster Ebene, die ihn an "Game of Thrones" erinnerten - jene Serie, die wegen ihrer politischen Intrigen berüchtigt ist.

"Die Wahrheit ist, dass es eine Art Game-of-Thrones-Kultur gibt unter den Führungskräften", wird Stamos zitiert. In dieser Kultur sei es für Führungskräfte schwer, Fehler einzuräumen und zuzugeben, dass man sich vielleicht geirrt habe.

Bei allem Einfluss von COO Sheryl Sandberg, mit der Stamos bei dem Streit um Sicherheitsprobleme aneinander geraten sein soll, letztlich trage Mark Zuckerberg die Hauptverantwortung dafür, wofür und wie Facebook letztlich eingesetzt oder missbraucht werde, so Stamos.

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