17.05.2019 
Spionagevorwurf

US-Regierung setzt Huawei auf schwarze Liste

Nachdem US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hatte, folgt nun der nächste Schritt gegen das chinesische Unternehmen.

Die US-Regierung hat den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei auf die US-Liste gebannter Unternehmen gesetzt. Das kündigte US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross an. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu tätigen.

Die Ankündigung folgt einem Dekret von US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch den nationalen Telekommunikationsnotstand ausgerufen hatte. Trump wirft Huawei vor, mit seinen Produkten könne China Spionage betreiben. Das Unternehmen weist dies zurück.

Europäische Staaten lehnten die Forderung der USA ab, ebenfalls Sanktionen zu erlassen. Huawei oder jegliche andere Firmen zu blockieren sei keine Perspektive, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Einen Technologie- oder Handelskrieg mit einem anderen Land zu beginnen sei nicht angemessen, sagte er.

Chip-Aktien geben empfindlich nach

Der chinesische Konzern kündigte an, die Entscheidung der US-Regierung anzufechten. Huawei warnte, die Sanktionen könnten Zehntausende Arbeitsplätze in den USA gefährden. Amerikanische Geschäftspartner von Huawei könnten einen ernsthaften wirtschaftlichen Schaden nehmen.

Der Handelsexperte und Washingtoner Anwalt Douglas Jacobson sagte: "Während Huawei bestraft werden soll, werden letztendlich auch US-Unternehmen bestraft." Zudem werde die Zusammenarbeit und das Vertrauen in die weltweiten Lieferketten beschädigt. Auch würden die USA ohne Huawei bei der Bereitstellung des Mobilfunkstandards 5G zurückbleiben.

Analysten senkten die Kursziele für mehrere Mikrochip-Unternehmen, darunter Xilinx. Die Aktien von Xilinx gaben 7,3 Prozent nach, während die des konkurrierenden Chipherstellers Qualcomm um 4 Prozent fielen.

hba/rei/Reuters/dpa

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