21.05.2019 
US-Behörden offenbar uneins über Fusion mit Sprint

Telekom-Tochter gerät in den USA zwischen die Fronten

Die Übernahme des US-Mobilfunkers Sprint durch die Telekom-Tochter T-Mobile US hängt wieder am seidenen Faden: Während die US-Regulierungsbehörde FCC grünes Licht gibt, hat das US-Justizministerium offenbar Einwände.

Im Ringen um die Übernahme des US-Telekom-Konzerns Sprint könnte die Telekom-Tochter T-Mobile US zwischen die Fronten mehrerer US-Genehmigungsbehörden geraten. Kreisen zufolge tendiert das Justizministerium (DOJ) in Washington dazu, den Kauf trotz Zugeständnissen der beiden Unternehmen abzulehnen. Die für die Kartellaufsicht zuständige Behörde halte die Angebote der Konzerne nicht für ausreichend, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf eine mit der Überprüfung vertraute Person.


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An der Börse löste das einen kräftigen Schock aus, hatten doch Stunden zuvor noch Aussagen des FCC-Chefs für helle Freude bei Anlegern gesorgt. Der Leiter der US-Regulierungsbehörde, Ajit Pai, hatte mitgeteilt, er werde seiner Behörde empfehlen, den Zusammenschluss zu genehmigen. Die beiden Parteien hätten signifikante Zugeständnisse gemacht. So boten die Unternehmen den Angaben zufolge neben Verkäufen auch den Aufbau eines 5G-Netzes sowie 5G-Dienstleistungen auch in ländlichen Gebieten an. Er glaube, die Transaktion sei im öffentlichen Interesse, so Pai.

Daraufhin waren die Papiere von T-Mobile US um 5 Prozent und Sprint Nextel gar um 25 Prozent gestiegen. Zuletzt legte die Tochter des Bonner Telekomkonzerns nur noch um knapp 2 und die von Sprint um gut 12 Prozent zu.

Ein Zusammengehen von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Wettbewerbs-Bedenken gescheitert. Vor gut einem Jahr hatte sich die Telekom nach langem Ringen mit dem Sprint-Haupteigner Softbank auf die Modalitäten eines Zusammengehens geeinigt. Mit der Fusion wollen die beiden kleineren Anbieter früheren Angaben zufolge am US-Mobilfunkmarkt jährlich über 6 Milliarden Dollar an Kosten sparen. Mit dann rund 130 Millionen Mobilfunkkunden wollen sie sich zu einem mächtigen Gegenspieler für die beiden Platzhirsche Verizon und AT&T mausern.

rei/dpa

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