22.05.2020 
Coronavirus und die Folgen

Arbeitslosigkeit in 43-US-Bundesstaaten auf Rekordniveau


20 Uhr - Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist nach Regierungsangaben im April kein einziger Bundesstaat verschont geblieben. In 43 Bundesstaaten schoss sie sogar auf Rekordhöchststände, allen voran in Nevada. In dem Wüstenstaat, in dem die Glückspiel- und Touristenmetropole Las Vegas liegt, schnellte die Arbeitslosenrate um 24,2 Prozentpunkte auf 28,2 Prozent nach oben. Das ist fast das Doppelte des landesweiten Durchschnitts, der im April 14,7 Prozent betrug.

19.00 Uhr - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kann sich vorstellen, in der zweiten Juni-Woche die Freibäder im Freistaat Bayern wieder zu öffnen. Nach Pfingsten sei auch wieder "mehr kulturelles Leben" mit Blasmusik-Konzerten, Theater oder Kabarett im Freien möglich, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorlägen, kündigt Söder auf dem ersten virtuellen Parteitag der CSU an.

17.30 Uhr - Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal "The Lancet" veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

17.00 Uhr - Eine umfassende Datenanalyse bekräftigt, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen. Im Gegenteil, die Wirkstoffe erhöhen womöglich die Todesrate und führen zu mehr Herzrhythmusstörungen, berichten Forscher aus den USA und der Schweiz im Journal "The Lancet". Sie hatten Daten von gut 96 000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15 000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Die Autoren sprechen sich dafür aus, die Mittel nur im Rahmen von klinischen Studien einzusetzen und den Nutzen sorgfältig zu prüfen. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

16.00 Uhr - Fußball-Bundesligist Werder Bremen steht kurz vor der Aufnahme eines Kredits bei der staatlichen KfW-Bank. Die Hanseaten wollen damit finanzielle Engpässe durch die Coronakrise überwinden. Ein Sprecher des Vereins bestätigte gegenüber dem Spiegel, dass hierzu abschließenden Gespräche stattfänden.

Es geht für die auch sportlich angeschlagenen Bremer konkret um Kredite, die von der Förderbank im Rahmen des Corona-Hilfspakets für Unternehmen angeboten werden, die aufgrund der Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Der Kredit soll nebst Zinsen innerhalb von sechs Jahren zurückgezahlt werden.

14.00 Uhr - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der "Spiegel" am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein.

13.30 Uhr - Ende April sind in Deutschland geringfügig mehr Menschen gestorben als im Schnitt der vergangenen Jahre. Darauf deuten vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamts hin, die am Freitag in Wiesbaden veröffentlicht wurden. Für die jüngeren Daten nutzten die Statistiker die Sterbefallmeldungen der Standesämter. Damit liegen nun vorläufige Daten bis Ende April vor.

In der Woche zwischen 20. und 26. April 2020 starben der Sonderauswertung zufolge in Deutschland mindestens 17.974 Menschen. Das waren 882 Fälle weniger als in der Woche davor. Vergleicht man den Zeitraum 20. bis 26. April mit den Durchschnittswerten dieser Woche in den Jahren 2016 bis 2019, waren es drei Prozent mehr. Die höchste Übersterblichkeit seit Beginn der Epidemie in Deutschland gab es den bisherigen Daten zufolge in der 15. Kalenderwoche: Zwischen 6. und 12. April lag die Zahl der Todesfälle 13 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt.

"Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering", schreibt das Statistische Bundesamt. Italien berichtet von 49 Prozent mehr Toten im März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für den Ballungsraum Stockholm werden für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen gemeldet.

- Trotz der Coronakrise erwarten 73 Prozent der Deutschen einer Umfrage zufolge keine Änderung ihres Einkommens in den kommenden sechs Monaten. Jeder sechste Haushalt geht von einem Anstieg bis Ende des Jahres aus, berichtet der "Spiegel" vorab unter Berufung auf eine gemeinsame Studie des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, des Marktforschungsinstituts Nielsen und des Ökonomie-Lehrstuhls der Goethe-Universität Frankfurt. Jeder Zehnte hingegen erwarte weniger Geld.

13 Uhr - Die portugiesische Küstenstadt Cascais will all ihre mehr als 200.000 Einwohner auf Antikörper zum neuen Coronavirus testen lassen. Man habe einen Deal mit dem Pharmakonzern Roche geschlossen, erklärte Vizebürgermeister Miguel Pinto Luz. Die 5,45 Euro pro Test würden von der Gemeinde und mehreren privaten Spendern bezahlt. Man wolle das Vertrauen stärken, damit die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden kann. Cascais ist ein wohlhabender Vorort der Metropole Lissabon und wegen seiner Strände, Hotels und Casinos besonders vom Tourismus abhängig.

12 Uhr - Bundesfinanzminister Olaf Scholz setzt dem SPIEGEL zufolge bei dem Konjunkturpaket der Regierung insbesondere auf Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft. So sollen Eltern für jedes Kind einmalig 300 Euro erhalten, berichtet das Magazin vorab. Erwogen würden auch Konsumgutscheine für alle. Darüber hinaus sollen Gastwirte und Kulturschaffende vom Bund einen Ausgleich für entgangenes Einkommen erhalten, heißt es weiter. Auch Hilfen für Unternehmen seien geplant, etwa günstigere Abschreibungen und Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket solle eine Größenordnung von bis zu 150 Milliarden Euro haben.

11 Uhr - Der irische Billigflieger Ryanair macht den wichtigsten Stützpunkt seiner österreichischen Tochter Lauda in Wien dicht. Mit der Schließung der Basis am kommenden Freitag (29. Mai) gingen gut 300 Arbeitsplätze für Piloten und Kabinenbesatzungen verloren, teilte Lauda mit. Das Unternehmen wies die Verantwortung für das Aus der Gewerkschaft Vida zu. Sie hatte ein Ultimatum von Ryanair-Chef Michael O'Leary verstreichen lassen, der im Zuge eines neuen Tarifvertrags Gehaltskürzungen gefordert hatte. Ein Großteil der Beschäftigten hätte der neuen Vereinbarung zugestimmt, erklärte Lauda.

10.30 Uhr - Zum geplanten staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa wird es voraussichtlich keine schnelle Entscheidung des Unternehmens geben. An diesem Freitag werde der Aufsichtsrat noch nicht zusammenkommen, verlautete aus Kreisen in Frankfurt. Zunächst müssten sich der Vorstand des Unternehmens und der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit dem Neun-Milliarden-Euro-Plan befassen.

10 Uhr - In der Diskussion über die Wiederbelebung der Konjunktur haben sich die sogenannten Wirtschaftsweisen gegen eine Kaufprämie für Autos ausgesprochen. Angesichts der Corona-Krise gelte es, nicht allein die Nachfrage zu stärken, "sondern zugleich den Strukturwandel sinnvoll zu unterstützen", schrieben die fünf Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung".

9.30 Uhr - Wegen der annähernd 100.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA lässt US-Präsident Donald Trump Flaggen überall im Land auf halbmast hängen. An allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern soll ab Freitag für drei Tage auf diese Weise der Amerikaner gedacht werden, die wegen des Coronavirus ums Leben gekommen sind, kündigte Trump am Donnerstagabend auf Twitter an. Die führenden Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump zuvor zu dieser Geste aufgefordert, sobald die Zahl der Toten infolge der Pandemie 100 000 erreicht. "Es würde ein nationaler Ausdruck der Trauer sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht", erklärten Pelosi und Schumer.

- Beim kriselnden japanischen Autobauer Nissan könnten einem Pressebericht zufolge noch deutlich mehr Stellen auf der Kippe stehen als zuletzt angekündigt. So sollen dem Sparkurs des Renault-Partners mehr als 20.000 Stellen zum Opfer fallen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete. Mitte 2019 war noch von rund 12.500 wegfallenden Jobs die Rede gewesen. Am 28. Mai will das Unternehmen mit der Jahresbilanz die Mittelfristziele für die kommenden Jahre bekanntgeben, zu denen demnach auch die Kürzungen bei den Arbeitsplätzen gehören sollen. Nissan wollte den Bericht nicht kommentieren.

Über Nissans Allianzpartner Renault sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire: "Ja, Renault könnte verschwinden." Der an dem Autokonzern beteiligte Staat unterstütze Aufsichtsratschef Jean-Dominique Senard, der an einer Überlebensstrategie arbeite, sagte Le Maire dem Radiosender "Europe 1".

9 Uhr - In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Mit einem neuen Rekord von 1188 gemeldeten Todesfällen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird. Präsident Jair Bolsonaro will trotzdem die Öffnung der Wirtschaft beschleunigen. Auf seinen Druck hin wurde das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin am Donnerstag als Covid-Heilmittel empfohlen, nachdem Gesundheitsminister Nelson Teich unter Protest dagegen zurückgetreten war.

- Mit zusätzlichen Milliardenausgaben und neuen Schulden will China gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ankämpfen. Das kündigte Premierminister Li Keqiang zum Auftakt des Pekinger Volkskongresses an. Vorgesehen ist demnach die zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billion Yuan (rund 128 Milliarden Euro), mit denen die Wirtschaft neuen Schwung erhalten soll. Auf ein Ziel für das Wirtschaftswachstum verzichtet die Führung des Landes erstmals. Die jährliche Tagung des Gremiums wurde wegen der Pandemie von März auf dieses Wochenende verschoben.

8.30 Uhr: Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im April wegen der Corona-Krise so stark eingebrochen wie noch nie. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS in London mit. Dies ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Erhebungen 1988. Damit fiel der Rückgang stärker aus, als Analysten befürchtet hatten. Sie waren im Schnitt von einem Einbruch um 15,5 Prozent ausgegangen.

- Kreuzfahrtschiffe dürfen wegen der globalen Corona-Pandemie auch die nächsten Monate nicht in Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte mit, dass das Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere drei Monate bis zum 17. September verlängert werde. Auch Rundreisen auf Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt.

6.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. "Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt".

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests auf das Coronavirus grundsätzlich zu bezahlen. Der Deutsche Städtetag warf Krankenkassen und Kassenärzten vor, teilweise eine Ausweitung von Corona-Tests zu bremsen.

5.30 Uhr: Die europäischen Sicherheitsbehörden haben für den Flugbetrieb in Corona-Zeiten freie Plätze zwischen den Passagieren im Flugzeug empfohlen. So sollten - wann immer möglich - einzelne Sitze oder ganze Reihen zwischen den besetzten Plätzen freigelassen werden, um den notwendigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zumindest annähernd gewährleisten zu können, schreibt die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in einer Handreichung für Fluggesellschaften. Wo das aufgrund der Auslastung der Flugzeuge nicht möglich sei, sollten andere Maßnahmen getroffen werden.

Außerdem empfehlen die Behörden sowohl dem Bordpersonal als auch Fluggästen, Schutzmasken zu tragen und regelmäßig die Hände zu waschen, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden. Verabschieden sollten sich Reisende von Begleitern bereits außerhalb des Terminals. Das Gutachten ist auf Bitten der EU-Kommission entstanden, die mit einem entsprechenden Hygiene-Konzept den Tourismus innerhalb Europas vorsichtig wieder ankurbeln will.

5 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 460 Neuinfektionen und damit erneut weniger als 1000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 177.212, wie das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 27 auf 8174 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 159.000, rund 1000 mehr als am Vortag.

1 Uhr: Die Ukraine kann auf eine Finanzspritze in Milliardenhöhe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) hoffen. Auf Mitarbeiterebene habe man sich mit der Regierung über einen Bereitschaftskredit in Höhe von fünf Milliarden Dollar bei einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt, teilt der IWF in Washington mit. Damit soll dem osteuropäischen Land bei der Bewältigung der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise geholfen werden. Das Führungsgremium des IWF muss dem noch zustimmen.

mit Material von Nachrichtenagentures

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