24.04.2016 
Zeitenwende bei Apple

Apples Post-iPhone-Ära beginnt

Von Nils Jacobsen

Wenn Tim Cook am Dienstag nach Handelsschluss das Zahlenwerk für Apples zweites Quartal bekannt gibt, bricht wohl eine Zeitenwende an. Erstmals seit der Einführung 2007 dürften die iPhone-Verkäufe wieder sinken. Dem iKonzern droht ein langer Abstieg.

Der Tag X ist gekommen. Am Dienstag, dem 26. April, um 22:30 Uhr deutscher Zeit dürfte mit aller Wahrscheinlichkeit eintreten, wovor sich Apple-Aktionäre seit Jahren fürchten: Das iPhone schrumpft. Nicht nur in der Größe wie zuletzt beim nur noch vier Zoll großen iPhone SE - sondern auch nach Absatzzahlen.

Seit dem Launch im Juni 2007 war es Apple-Gründer Steve Jobs und vor allem seinem Nachfolger Tim Cook immer wieder gelungen, das Wachstum der mit Abstand wichtigsten Konzernsparte weiter auszureizen - sei es mit größeren Modellen (iPhone 5 und 6) oder neuen Vertriebsabschlüssen (Verizon 2011, China Mobile 2013).

Doch irgendwann war jeder wichtige Markt erschlossen und der Innovationsvorsprung aufgebraucht. Wer heute ein Smartphone kauft und dabei keinen größeren Wert auf das Apfel-Symbol legt, bekommt technisch dieselbe Leistung oft schon zum halben Preis von der Konkurrenz aus Fernost in Form von Huawei, Xiaomi oder HTC.

Mit dem im vergangenen Herbst gelaunchten iPhone 6s schickte Apple ein kaum verändertes Update seines Kassenschlagers iPhone 6 ins Rennen, der bereits im Weihnachtsquartal kaum mehr die Vorjahresergebnisse toppen konnte. Nun muss Tim Cook erstmals rückläufige iPhone-Verkäufe melden, wie der Apple-Chef bereits auf der Analystenkonferenz Ende Januar eingestand: "Ja, wir glauben, die iPhone-Verkäufe werden im März-Quartal sinken".

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