08.01.2020 
Aktie auf Rekordhoch

Wie Adidas-Chef Rorsted die Aktie in die Höhe treibt

Erst Henkel, nun Adidas: Keinem Manager gelingt es in Deutschland derzeit besser als Kasper Rorsted, Konzerne zu optimieren und so ihren Wert enorm zu steigern. manager magazin hat den Adidas-CEO deshalb zum Manager des Jahres gekürt.

Der Höhenflug setzt sich fort: Aktien von Adidas haben am Mittwoch ein Rekordhoch erreicht und sind erstmals über die runde Marke von 300 Euro gestiegen. Adidas-Chef Rorsted hatte am Vortag den Beginn der dritten Tranche eines bis zu einer Milliarde Euro schweren Aktienrückkaufprogramms angekündigt. Umgerechnet auf den aktuellen Aktienkurs umfasse das Kaufprogramm rund 3,3 Millionen Aktien, merkte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank an. Ein Großteil der Aktien werde eingezogen - was der Kurspflege dient, denn der Gewinn des Sportartikelriesen verteilt sich dann auf weniger Aktien.

Und der Chef hat ehrgeizige Ziele: Seit Kasper Rorsted (57) vor drei Jahren den Vorstandsvorsitz bei Adidas übernommen hat, ist der Börsenwert des Sportartikelkonzerns um mehr als 25 Milliarden Euro gestiegen - ein Plus von 73 Prozent. Weil das auch in guten Börsenzeiten außergewöhnlich ist, hat eine prominent besetzte Jury von manager magazin den Dänen zum Manager des Jahres 2019 gekürt. "Das Wichtigste an einer Strategie ist, dass sie auch umgesetzt wird", sagt der Adidas-Chef im ausführlichen Gespräch mit dem manager magazin zu seinem Führungsstil.

Lesen Sie die vollständige Geschichte: Die Erfolgsprinzipien des Kasper Rorsted.

Seiner Ansicht nach steckt in einem Unternehmen immer Verbesserungspotenzial, das sich durch mehr Tempo, bessere Abläufe, bessere Organisation und striktere Kostendisziplin heben lässt. Um dieses Potenzial zu heben, führt er mit strikten Ergebnisvorgaben. Erfüllen Führungskräfte seine Erwartungen nicht, tauscht er sie schnell wieder aus.

Das gilt auch für Vorstände, die er selbst erst kurz zuvor befördert hat. Als Anfang des Jahres deutlich wurde, dass Adidas die Nachfrage nach bestimmten Textilien in Nordamerika massiv unterschätzt hatte, musste der zuständige Vorstand Gil Steyaert (57) - den Rorsted keine zwei Jahre zuvor in den Vorstand geholt hatte - gehen. Für Rorsted ist das eine Frage des Prinzips: "Wenn ein Manager einen Fehler macht, der die Firma 200 bis 400 Millionen Euro Umsatz kostet, muss das Folgen haben - und für Topleute gilt das noch mehr als für andere Manager", sagt Rorsted.

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