16.12.2016 
Bargeld-Flaute in Venezuela

Alte Geldscheine ungültig, neue noch nicht da

Unfreiwillig bargeldlos: Während in Venezuela der Großteil der Geldscheine aus dem Verkehr gezogen wird, verzögert sich die Ausgabe größerer Banknoten. Die neuen 500-Bolívar-Scheine wurden am Donnerstag nicht wie geplant in Umlauf gebracht. "Die Banken haben noch keine neuen Geldscheine erhalten", sagte der Präsident der Banco Venezolano de Crédito, Germán García-Velutini, der Deutschen Presse-Agentur.

Am Abend zeigte Präsident Nicolás Maduro im Fernsehen die neuen Geldscheine. "In den nächsten Tagen werden sie in Umlauf gebracht", sagte der sozialistische Staatschef. Es seien bereits 76 Millionen 500er-Scheine eingetroffen und würden nun den Banken zugeteilt.

Aus Finanzkreisen hieß es hingegen, die erste Lieferung werde das Land frühestens am Freitag erreichen. Ausgegeben würden die Scheine voraussichtlich erst in der kommenden Woche. Der bisher größte Schein im Wert von 100 Bolívar verlor hingegen fristgerecht am Donnerstagabend seinen Wert.

Wegen der Hyperinflation in dem Erdölland hätten von Donnerstag an eigentlich größere Geldscheine eingeführt werden sollen. Zunächst sollten 500-Bolívar-Scheine in Umlauf gebracht werden, später dann Banknoten im Wert von 1000, 2000, 5000, 10.000 und 20.000 Bolívar.

Die 100er-Scheine machten fast die Hälfte des sich im Umlauf befindlichen Bargeldes aus. Die Banknote ist allerdings kaum etwas wert. Ein US-Dollar kostet auf dem Schwarzmarkt derzeit rund 2480 Bolívar. Selbst kleine Anschaffungen werden in Venezuela mit dicken Geldbündeln bezahlt.

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