12.03.2015 
Ukraine-Anleihen erholen sich

Ukraine-Deal des IWF beglückt Bond-Zocker Hasenstab

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Die Ukraine kann ein bisschen aufatmen. Der Krieg im Osten des Landes ist eingefroren, und seit Mittwoch hat die Kiewer Regierung wieder einmal ein Kreditabkommen mit dem Internationalen Währungsfonds. 17,5 Milliarden Dollar stellt Washington bereit - natürlich nicht genug für die gewaltigen Probleme des Landes und natürlich mit Auflagen, die den wirtschaftlichen Absturz noch verstärken können, aber der akut drohende Staatsbankrott ist vorerst aufgeschoben.

Es ist ein Triumph für Troubleshooter wie die erst im Dezember aus den USA eingebürgerte Finanzministerin Natalie Jaresko oder den auf Pleitestaaten spezialisierten Bankier Matthieu Pigasse.

Und es ist eine große Erleichterung für Michael Hasenstab. Wie die Landeswährung Griwna erholt sich auch der Kurs ukrainischer Staatsanleihen spürbar vom im Februar erlittenen beinahe totalen Kollaps. Hasenstabs Fondsgesellschaft Franklin Templeton ist laut "Wall Street Journal" (€) der größte private Gläubiger des Landes, im vergangenen Jahr wurden sieben Milliarden Dollar in Kiewer Bonds investiert.

Hasenstab ist eine gewaltige Wette eingegangen, die helfen könnte, ihn zum neuen Bond-König, dem Meister der weltgrößten Anlageklasse zu machen. Nach dem spektakulären Niedergang der Marktlegende Bill Gross suchen die vom Zinstief verunsicherten und auf Ruhe und Sicherheit bedachten Anleiheinvestoren einen neuen Helden.

Und Hasenstab schien für diese Rolle prädestiniert, wegen der schieren Größe der von Franklin Templeton verwalteten Mittel (185 Milliarden Dollar) und wegen vergangener Spekulationserfolge. Zudem war er bereit, eine Story zu liefern und mit gewagten Wetten dem scheinbaren Null-Rendite-Schicksal zu entkommen. Vor einem Jahr zeigte er sich den Anlegern per Video vom Kiewer Maidan, "beeindruckt vom Krisenmanagement" der neuen Führung.

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