26.09.2019 
Ökonomische Eiszeit

Klimawandel in der Weltwirtschaft - Kampf gegen die Eiszeit

Eine Meinungsmache von Daniel Stelter

Nach der Klimawoche ist vor der Klimawoche, kann man angesichts der Dominanz des Themas nur konstatieren. Während den einen die angekündigten Maßnahmen der Regierung nicht radikal genug sind, bedauern andere ein Sammelsurium an Maßnahmen mit hohen Kosten und zweifelhaften Wirkungen. Derweil wird auf weltweiter Ebene erneut betont, wie entscheidend das Ziel der Reduktion des CO2-Ausstoßes ist, will man dem Klimawandel noch begegnen. Die Erdatmosphäre soll sich nicht weiter aufheizen, so das Ziel.

Klimawandel in der Weltwirtschaft

Daniel Stelter

Aus ökonomischer Sicht muss man jedoch ganz anders auf das Weltklima blicken. Denn nicht eine Erwärmung - also mehr Wachstum, mehr Inflation und wachsender Wohlstand - ist hier das Thema, sondern das genaue Gegenteil. Die Welt rutscht immer mehr in das Szenario einer ökonomischen Eiszeit. Weniger Wachstum, anhaltender deflationärer Druck und stagnierender bis schrumpfender Wohlstand sind die Ingredienzen für soziale Konflikte, politische Radikalisierung und Protektionismus.

Schon früher gab es solche Krisen, ausgelöst durch zu viele Schulden und die damit verbundene Fehlallokation von Ressourcen. Zuletzt war das in der Großen Depression der 1930er-Jahre der Fall, die bekanntlich nur durch die Aufrüstung für den Krieg und die mit dem Krieg einhergehende Zerstörung überwunden wurde. Nach dem Krieg hatten wir weltweit hohes Wachstum, getrieben von Bevölkerungswachstum und sprunghaften Produktivitätsfortschritten aufgrund technischen Fortschrittes. Dabei spielte die Entwertung/Zerstörung vorhandenen Kapitals und die Vernichtung von Schulden durch Pleiten, Inflation und ebenfalls kriegerische Handlungen eine entscheidende Rolle.

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