29.09.2015 
Rückfall in Deflation, turmhohe Schulden

Endspiel mit der Notenpresse - Japan weist uns unsere Zukunft

Von Daniel Stelter, beyond the obvious

2. Teil: Japan ist pleite

Zusammenfassend lässt sich Japan folgendermaßen charakterisieren. Es ist ein Land

Oder einfach ausgedrückt: ein Land, welches völlig überschuldet ist. Keine Volkswirtschaft kann ein Schuldenniveau von jenseits von 400 Prozent des BIP - so hoch ist der kumulierte Schuldenstand von Staat, Unternehmen und privaten Haushalten - ohne ein deutliches Nominalwachstum verkraften. Doch dieses ist angesichts von Demografie und tiefer Inflation nicht in Sicht.

Einfach Geld drucken

Es ist offensichtlich, dass die Regierung die Schulden niemals wird zurückzahlen können. Die Frage ist demzufolge nicht ob, sondern nur wie die Gläubiger ihre Forderungen verlieren werden.

Die Bank of Japan kauft einen immer größeren Anteil der Staatsschulden auf. Nicht lange und der Großteil der japanischen Staatsschulden ist im Besitz der japanischen Notenbank. Da Staat und Notenbank beide dem japanischen Volk "gehören" könnte man die Ansicht vertreten, dass die Schulden nicht mehr relevant sind. Die Notenbank würde die Zinseinnahmen auf der Staatsschuld in der Sekunde in der sie bezahlt werden, wieder an das Finanzministerium zurücküberweisen und auf Tilgung verzichten. Bingo! - das Schuldenproblem wäre gelöst und niemand würde Geld verlieren.

Schon seit längerem diskutieren Volkswirte ernsthaft diese Möglichkeit auf elegantem Wege die Schuldenkrise zu lösen. Dabei gibt es zwei Schulen. Die einen sehen das als gefahrlos an, solange man es nur einmalig macht und nicht dauerhaft. Das Geld wäre ja schon im Umlauf, insofern drohe keine Inflation. Die anderen sehen das Risiko eines Vertrauensverlustes in unser Geldsystem, was eine völlige Entwertung zur Folge hätte. Wir werden es erst wissen, wenn wir es machen. Ich selber halte das Risiko für erheblich.

Japan scheint gewillt, dass Risiko einzugehen

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