26.02.2019 
Comeback nach der Pleite - Staatsfonds geplant

Wie Island seine Zukunft sichern will - und warum es darüber Streit gibt

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Als vor ewas mehr als zehn Jahren in Island reihenweise Banken in die Knie gingen und das Land so heftig von der Finanzkrise erfasst wurde wie kein anderer europäischer Staat, kam die Idee schon einmal auf: ein eigener isländischer Staatsfonds. Aber angesichts der Lage war das vollkommen unrealistisch. Heute hingegen nimmt die Errichtung eines eigenen Fonds ganz konkrete Form an.

2,5 Milliarden Dollar (300 Milliarden Islandkronen) schwer soll der Fonds werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Vorschläge der regierenden Koalition aus Linksgrünen, konservativer Unabhängigkeitspartei und liberaler Fortschrittspartei. Das wären rund 7000 Dollar pro Einwohner. Gespeist werden soll der Fonds vor allem mit Dividenden des staatlichen isländischen Energieunternehmens Landsvirkjun.

Dass ein solcher Schritt nach der tiefen Krise nun denkbar ist, ist einem erstaunlichen wirtschaftlichen Aufschwung zu verdanken. Mit umstrittenen Maßnahmen wie dem Einfrieren von Investorengeldern, großzügigen Schuldenerlassen, der Verstaatlichung von Banken und hohen Steuern auf ausländische Investments hatte die isländische Politik der niedergestreckten Wirtschaft auf die Füße geholfen. Beflügelt von der zeitweisen Schwäche der isländischen Krone, boomte der isländische Tourismus und hatte einen großen Anteil am Aufstieg.

Eine Entwicklung, die es vielen Isländern ermöglichte, Geld zurückzulegen, wieGylfi Zoega, Professor an der Universität von Island und Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der isländische Zentralbank, erklärt. Der Aufschwung der vergangenen Jahre sei "einzigartig in der Geschichte des Landes", zitierte Bloomberg Zoega. Er sei diesmal exportgetrieben und anders als in der Vergangenheit, als derartige Aufschwünge auf ausländische Nachfrage zurückzuführen gewesen seien und in einer Währungskrise geendet seien.

2017 lag Island beim Bruttonationaleinkommen laut Zentralbank auf Rang elf von 36 OECD-Staaten. Alleine 2016 hatte das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als 7 Prozent, in den Folgejahren immerhin noch mehr als 3 Prozent zugelegt.

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