21.05.2019 
Skandal sprengt Österreichs Regierung

Welche Rolle Österreichs Milliardäre in der Ibiza-Affäre spielen

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8. Teil: Heinrich Pecina und Martin Schlaff, Investoren

Kurze Erwähnungen finden bei Straches Milliardärs-Prahlereien auch die österreichischen Investoren Heinrich Pecina und Martin Schlaff. Pecina habe Ungarns Staatspräsidenten Victor Orban "alle ungarischen Medien der letzten 15 Jahre aufgekauft und für ihn aufbereitet", so Strache. Bei der Funke-Gruppe habe Pecina "die Kontrolle drauf", wirbt er gegenüber der vermeintlichen Oligarchennichte für dessen Fähigkeiten. Sie könne sich ja mit Pecina verbünden und Österreichs Boulevardblatt Kronen-Zeitung kaufen, sinniert Strache. "Dann hast Du alles, dann habt Ihr alles".

Pecina ist Gründer des Investmenthauses Vienna Capital Partners, das stark in Osteuropa aktiv ist. Im "trend"-Ranking der reichsten Österreicher taucht er nicht namentlich auf. Er gilt als wichtiger Drahtzieher im europäischen Gas- und Ölgeschäft und war bis Oktober 2016 an einer regierungskritischen Budapester Tageszeitung beteiligt. Da er nach dem Kauf die Zeitung bald schließen wollte, kassierte er kräftig Kritik. Auf Anfrage erklärte Pecina, er habe nie die Möglichkeit gehabt, die "Kronen-Zeitung" "in welcher Weise auch immer zu kontrollieren oder zu beeinflussen". Die Funke-Unternehmensgruppe erklärt, dass es keine Zusammenarbeit zwischen Funke und Herrn Pecina gibt.

Zu Martin Schlaff habe Strache, so sagt er es in dem Video, "eine gute Gesprächsbasis". Schlaff ist Finanzinvestor, er ist unter anderem am österreichischen Industriekonzern RHI beteiligt, der sich auf feuerfeste Materialien für die Stahl, Zement- und Petrochemiebranche spezialisiert hat. "trend" beziffert sein Vermögen auf 3,13 Milliarden Euro.

Schlaff ist Mitglied der sozialdemokratischen Partei, wegen seiner Deals aber umstritten. So hat er in Israel ein Kasino aufgebaut, bei dessen Eröffnung auch Schmiergelder geflossen sein sollen. Bei Mobilfunkbetreibern in Bulgarien und Serbien mischte Schlaff ebenfalls mit, dabei ließ er sich aber auch mit zwielichtigen Geschäftsleuten ein. Und in einer Affäre um Österreichs frühere Gewerkschaftsbank Bawag stellte Schlaff die Kaution bereit, um den in Frankreich inhaftierten ehemaligen Bank-Chef Helmut Elsner frei zu bekommen.

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