21.05.2019 
Skandal sprengt Österreichs Regierung

Welche Rolle Österreichs Milliardäre in der Ibiza-Affäre spielen

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7. Teil: Hans-Peter Haselsteiner, Baulöwe und FPÖ-Intimfeind

Einen profilierten FPÖ-Gegner will Strache laut dem Video empfindlich treffen: Den Industriellen Hans-Peter Haselsteiner, lange Zeit Chef des Baukonzerns Strabag. Im Falle einer Regierungsbeteiligung, so fabuliert Strache, "kriegt der Haselsteiner keine Aufträge mehr". Das könne er heute zusagen. Die vermeintliche Oligarchennichte solle einen Baukonzern gründen, dem man dann Bauaufträge zuschanzen werde, schlägt Strache vor.

Der 74-jährige Haselsteiner, ein promovierter Betriebswirt, hat sein Vermögen durch Übernahmen und Zukäufe in der Baubranche gemacht. "trend" schätzt das Vermögen von Haselsteiner und seiner Familie auf 1,92 Milliarden Euro. Seit Jahrzehnten gibt Haselsteiner ein veritables Feindbild für das stramm-rechte FPÖ-Lager ab. Denn er ist bekennender Liberaler - und war selbst auch politisch aktiv.

So unterstützte Haselsteiner jahrelang offen die Partei "Liberales Forum"(LIF), war deren Wirtschaftssprecher und saß als LIF-Abgeordneter im österreichischen Parlament. Den LIF-Nachfolger "Neos" finanziert Haselsteiner mit. Allerdings sagt Haselsteiner selbst auch, dass die Regierungsbeteiligung der FPÖ bei staatlichen Aufträgen für die Strabag "nicht sonderlich spürbar" gewesen sei. In Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge könne man in Österreich nicht so einfach eingreifen.

Trotzdem will Haselsteiner nun sämtliche Aufträge des vergangenen Jahres, die Strabag verloren habe, genau analysieren lassen. Er geht nicht von Unregelmäßigkeiten aus, "muss aber ausschließen können, dass es zu Eingriffen gekommen ist"'. Haselsteiner kontrolliert darüber hinaus den privaten österreichischen Bahnbetreiber "Westbahn", der sich seit längerem mit der staatlichen ÖBB zofft. Hinweise auf eine Benachteiligung der Westbahn unter FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer sehen Insider aber laut der Tageszeitung "Der Standard" nicht.

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