21.05.2019 
Skandal sprengt Österreichs Regierung

Welche Rolle Österreichs Milliardäre in der Ibiza-Affäre spielen

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5. Teil: Johann Graf, Spielautomaten-Magnat

Der aus einfachen Verhältnissen stammende 62-jährige Unternehmer Johann Graf hat den Glücksspielkonzern Novomatic aufgebaut, der seit 1980 eigene Spielautomaten herstellt - und damit längst unangefochtene Nummer eins in Europa ist. Mit einem Vermögen von 8,1 Milliarden US-Dollar (laut "Forbes") beziehungsweise 6,7 Milliarden Euro (laut "trend") ist Selfmademilliardär Graf der zweitreichste Österreicher.

In Österreich galt Graf bislang als eher apolitisch, wie die meisten Superreichen dürfte er aber durchaus Interesse an niedrigen Steuersätzen haben. Im Video behauptet Strache, dass Novomatic "an alle" Parteien zahlt. Das dementierte Novomatic ausführlich. Der Glücksspielkonzern habe nicht an politische Parteien gespendet, auch nicht über den Umweg etwaiger Vereine, erklärte ein Sprecher.

Allerdings hat Novomatic schon eine ziemlich unschöne Politik-Story hinter sich: Dabei ging es um die Lockerung des Glücksspiel-Monopols, die der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser anstrebte. Das bescherte Grasser, Novomatic-Managern und einem Lobbyisten Ermittlungen wegen Verdachts der Bestechung und der Untreue, die sich über sieben Jahre hinzogen. Vor zwei Jahren verlief das Ganze im Sand, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

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