21.05.2019 
Skandal sprengt Österreichs Regierung

Welche Rolle Österreichs Milliardäre in der Ibiza-Affäre spielen

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4. Teil: René Benko: Immobilien-Kaiser und Kaufhaus-König

Der 42-jährige hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einem der reichsten Österreicher emporgearbeitet. Sein Vermögen hat er mit Immobiliendeals gemacht, die von ihm gegründete Signa-Holding ist Österreichs größtes privates Immobilienunternehmen und seit November 2018 Minderheitseigentümer von Österreichs größtem Boulevardblatt "Kronen Zeitung".

Benkos Signa Holding ist längst auch in Deutschland in großem Stil aktiv: Signa besitzt die deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof. Sein Vermögen beziffert "Forbes" auf 4,9 Milliarden Dollar, im "trend"-Ranking 2018 kam Benko auf ein Privatvermögen von 3,81 Milliarden Euro.


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In dem Video bezeichnet Strache Benko als einen Unterstützer, der angeblich an die konservative ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz und an die FPÖ zahle oder vielleicht zahlen werde. Benkos Anwälte dementierten auf Nachfrage jegliche direkte oder indirekte Zahlungen an Parteien. Gute Verbindungen in die Politik hat Benko aber: Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (von der sozialdemokratischen SPÖ) sitzt im Signa-Beirat, ebenso wie die frühere FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess, die seit 2004 die österreichische Sparkassengruppe Wüstenrot leitet. Auch der frühere ÖVP-Innenminister Ernst Strasser war eine Zeitlang Mitglied des Signa-Gremiums.

Und auch einige seiner jüngsten Deals erscheinen durch das Video in neuem Licht: So erwarb Benko am Weihnachtsabend 2017 kurzerhand den Flagship-Store der österreichischen Möbelkette Leiner. Leiner benötigte damals dringend Geld, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Benkos Stiftung bekam im Eilverfahren den Zuschlag - unter Mithilfe von Bundeskanzler Sebastian Kurz, dem österreichischen Justiz- und Finanzminister. Bei der Eintreibung von Lohnabgaben, so heißt es in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", soll die Finanzverwaltung ein Auge zugedrückt haben.

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