03.07.2019 
Der Karriere-Fragebogen von Hans Holger Albrecht

Warum der Bruder von Ursula von der Leyen Karriere lieber in der Wirtschaft machte

Von und

Seine Schwester Ursula von der Leyen ist die aktuelle Favoritin für den Posten der ersten Kommissionspräsidentin in der Geschichte der Europäischen Union. Hans-Holger Albrecht selbst hat einen ganz anderen Weg eingeschlagen: er ging lieber in die Wirtschaft.

Schon der Vater, Ernst Albrecht, war prominent in der Politik. Um das Label "Sohn des Ministerpräsidenten von Niedersachsen" abzustreifen, ging Hans-Holger Albrecht zum Studium ins Ausland. Nach diversen Stationen in der Unterhaltungsbranche landete er schließlich an der Spitze des Musikstreaming-Dienstes Deezer.

Welche Hindernisse und beruflichen Tiefschläge er dabei überwinden musste, welche Fehler er gemacht hat und was er daraus gelernt hat, erzählt er in der ersten Folge unserer Podcast-Reihe "Neue deutsche Karrieren: Gründer, Querdenker, Idealisten".

Begleitend zum Podcast-Interview hat er unseren Karriere-Fragebogen beantwortet:

Was machen Sie beruflich und wie kam es dazu?

Ich mag es Unternehmen aufzubauen und zu leiten. Diese Aspekte haben mich in meiner gesamten Karriere immer angetrieben.

Warum sind Sie das immer noch?

Weil ich das immer noch jeden Tag gern tue!

Wenn Sie das nicht geworden wären oder nicht hätten werden können - wofür würden Sie dann am liebsten arbeiten?

Ich würde wahrscheinlich einen Kindergarten leiten. Kinder sind erstaunlich, und zu sehen, wie sie aufwachsen und sich entwickeln, ist eine sehr bereichernde Erfahrung.

Wo überlassen Sie nichts dem Zufall?

Ich würde nichts dem Zufall überlassen. Manchmal muss man kalkulierte Risiken eingehen, um erfolgreich zu sein. Natürlich gibt es Dinge, die außerhalb unserer Kontrolle passieren, aber das ist nicht das gleiche, wie Dinge einfach dem Zufall zu überlassen und auf das Beste zu hoffen.

Was hat Ihre Kindheit geprägt, was Ihre Jugend?

Ich erinnere mich, wie ich früh am Morgen mit meinem Vater am Flughafen Hannover stand, um Flüchtlinge aus Vietnam in ihrem neuen Zuhause in Deutschland willkommen zu heißen. Das ist so ein Moment, der mich seitdem begleitet hat und der mich immer daran erinnert, welche Stärke und welchen Mut, Menschen trotz aller Widrigkeiten zeigen können.

Wann sind Sie am glücklichsten?

Wenn ich mit meiner Frau zusammen bin.

Welche drei Dinge sind unerlässlich, damit Sie arbeiten können?

Ein gutes Team, der Willen zu gewinnen und ein harter Wettbewerb.

Ihr größter Erfolg?

Definitiv Deezer. Es war der härteste Turnaround meiner Karriere, in einem der intensivsten Wettbewerbsumfelder, in denen ich je gearbeitet habe.

Wie haben Sie das geschafft?

Den drei genannten Erfolgsfaktoren: ein großartiges Team, das wirklich gewinnen will und ein sehr herausforderndes Wettbewerbsumfeld, das unsere Kreativität anregt und uns zur Umsetzung anspornt.

Ihr größter Fehler?

Das war wohl, die Unterzeichnung eines großen TV-Deals in Bulgarien, kurz bevor die globalen Finanzmärkte Ende Juli 2008 zusammenbrachen.

Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Jan Stenbeck [der schwedische Unternehmer und frühere Chef der Kinnevik-Gruppe, Anm. d. Redaktion] hat immer gesagt: "Stretch for more than you think is possible." Das habe ich als Ratschlag wie auch als Leitsatz stets für sinnvoll erachtet.

Ihr Lieblings-Charakterzug bei anderen Menschen?

Integrität und Humor.

Was war Ihr jüngster Lustkauf?

Ein neues Paar Rennskier.

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