30.11.2018 
Regierung spielt Zwischenfall herunter

Defekte Verteilerbox stoppte Merkels Flieger

2. Teil: Immer wieder Probleme, Flugbereitschaft setzt auf Maschinen aus zweiter Hand

Flugzeuge der Bundesregierung bereiten immer wieder Probleme. Erst Mitte Oktober gab es eine Panne mit der "Konrad Adenauer". Nagetiere hatten die Maschine in Indonesien lahmgelegt und Finanzminister Scholz zur Rückreise per Linie von der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gezwungen.

Jüngst war es auch bei der Afrika-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der "Konrad Adenauer" zu Verzögerungen wegen eines technischen Defekts an einem Triebwerk gekommen.

Flugbereitschaft setzt auf Flugzeuge aus zweiter Hand

Die "Konrad Adenauer" hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Die Lufthansa hatte die Maschine im März 2011 als Regierungsflieger für Langstrecken an die Flugbereitschaft der Bundeswehr übergeben. Der Airbus A340 war zuvor mehr als zehn Jahre für die Lufthansa als Passagiermaschine unterwegs, danach allerdings für die Regierung komplett umgebaut worden.

Alle ihre Airbus-Maschinen hat die Flugbereitschaft gebraucht aus Beständen der Lufthansa übernommen. Sie wurden für ihre neue Aufgabe aber generalüberholt und speziell umgebaut. Angeschafft wurden ferner nur bestens gewartete Flugzeuge, wie die Verantwortlichen stets betonten. Dann sei das Alter kein problematischer Faktor.

Die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums ist ein militärischer Verband, der Soldaten und hochrangige Staatsvertreter transportiert. Die Luftwaffen-Einheit verfügt entsprechend ihrer doppelten Funktion über zwei Flotten: über fünf militärgrau-lackierte Multifunktions-Airbus A310 sowie sieben weiße Flugzeuge verschiedener Typen und drei Hubschrauber vor allem für den zivilen VIP-Transport. Auch diese lassen sich allerdings für militärische Einsätze umrüsten.

Zu dieser weißen Flotte gehören auch die beiden "Regierungsflieger", zwei Langstreckenjets Airbus 340-300 mit den Namen "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss". Es sind diese Maschinen, die Bundesregierung und Bundespräsident üblicherweise bei längeren Reisen ins Ausland nutzen.

rei/dpa/AFP/Reuters

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