29.09.2018 
28 Jahre Deutsche Einheit

Die Ausländer-Lücke

Eine Kolumne von Henrik Müller

2. Teil: Die wichtigsten Wirtschaftstermine der Woche

MONTAG

Birmingham - Vor dem Brexit-Desaster I - Parteitag der britischen Konservativen. Die Tories sind dabei, sich über die verkorksten EU-Ausstiegsverhandlungen selbst zu zerlegen.

Luxemburg - Entspannung - Eurostat veröffentlicht neue Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Europa.

DIENSTAG Paris - Neue Autos - Der Internationale Automobilsalon Paris, bei dem eine Menge neuer Modelle und Antriebe zu besichtigen sein dürften, öffnet, zunächst nur für Presseleute.

Birmingham - Vor dem Brexit-Desaster II - Fortsetzung des Tory-Parteitags. Erwartet wird eine Rede von Ex-Außenminister Boris Johnson, der Premierministerin May attackieren dürfte. Johnson war vor dem Referendum im Sommer 2016 eine der Führungsfiguren der Leave-Kampagne.

MITTWOCH

Berlin - Und der Zukunft zugewandt? - Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, dieses Jahr ausgerichtet vom Bundesland Berlin. Auch Demonstrationen sind angekündigt.

Brüssel - Ohne Trump - Nato-Verteidigungsministertreffen: Nachdem der US-Präsident im Frühjahr die Nato-Partner, zumal Deutschland, öffentlich angegriffen hatte und dieser Tage vor der UNO eine bemerkenswerte Rede zur Lage der Welt hielt samt anschließender Pressekonferenz (die die Financial Times als "weitschweifig" und "wirr" bezeichnete), sind nun die Fachminister unter sich. Für die USA dabei: Verteidigungsminister Mattis, ein Ex-General des Marine Corps, der den Spitznamen "Mad Dog" trägt. Unter anderem soll es um die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Nato und der EU gehen.

Birmingham - Vor dem Brexit-Desaster III - Abschluss des Tory-Parteitags: Premierministerin May will eine große Rede halten. Das ging beim letzten Parteitag gehörig schief.

Straßburg - Besseres Klima - Das EU-Parlament will sich auf eine Position hinsichtlich der weiteren Absenkung der CO2-Emissionen bei Neuwagen festlegen.

DONNERSTAG

Luxemburg - Verhandlungen über Draghis Kurs - Der Europäische Gerichtshof hört das Gutachter zum Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Auslöser für das Verfahren war das Bundesverfassungsgericht, das den EuGH gebeten hat zu prüfen, ob die Käufe das in den EU-Verträgen enthaltene Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank verletzen. Bedeutend ist das Verfahren gerade vor dem Hintergrund der potenziell explosiven aktuellen Euro-Finanzlage: Italien fordert mit hohen Defiziten die EU heraus; währenddessen fährt die EZB ihre Anleihekäufe zurück; und in Deutschland ist nicht mehr sicher, ob die Unionsbundestagsfraktion unter ihrem neuen Vorsitzenden Brinkhaus künftige Hilfsprogramme des Rettungsfonds ESM absegnet. (Schon bei der Griechenland-Abstimmung im Sommer hatte die große Koalition keine eigene Mehrheit, da sich einige Unionsabgeordnete enthielten, nicht mitstimmten oder dagegen votierten. Ohne die Stimmen der Grünen hätte der ESM die letzte Griechenland-Tranche nicht auszahlen dürfen.) Umso mehr wird es auch künftig darauf ankommen, dass die EZB voll handlungsfähig bleibt, um im Zweifel Turbulenzen an den Finanzmärkten begrenzen zu können.

Frankfurt/M. - Deutsche Konjunktur - Neue Zahlen zum Auftragseingang in der Paradebranche Maschinenbau.

FREITAG

Kiel - Merkel, ihre Freunde und die Partei - Deutschlandtag der Jungen Union. Mit Auftritt von Angela Merkel. Wie wird die traditionell stramm konservative Jugendorganisation die um ihre Autorität kämpfende Kanzlerin empfangen?

Erlangen - Spin-off - Eröffnung der neuen Unternehmenszentrale der Siemens-Abspaltung Siemens Healthineers.

SONNTAG

Brasilia - Trump des Südens - Erste Runde der Präsidentenwahl in Brasilien. Das wichtigste Land Lateinamerikas ist nach schlimmer Rezession und haarsträubenden Korruptionsskandalen schwer angeschlagen. Der Rechtspopulist Bolsonaro hat gute Chancen, ins Amt zu kommen. Die zweite Runde der Wahl wird in vier Wochen stattfinden,

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