12.08.2019 
Tod von Multi-Millionär in der Zelle

Gefängniswärter sollen Epstein nicht vorschriftsmäßig überwacht haben

Neue Entwicklungen im Fall Jeffrey Epstein: Wie die "New York Times" berichtet, sollen die Überwachungsmaßnahmen in der Todesnacht nicht eingehalten worden sein. Auch sein Zellengenosse wurde angeblich verlegt.

Nach dem Tod des Unternehmers Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle hat das FBI Ermittlungen aufgenommen. Neben den Untersuchungen der Bundespolizei leitete Justizminister William Barr auch interne Ermittlungen im Ministerium in die Wege. Dabei wird es vermutlich auch darum gehen, wie Epstein - der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt war - allem Anschein nach gleich zwei Mal versuchen konnte, sich das Leben zu nehmen.

Wie die "New York Times" berichtete, soll das Gefängnis in Manhattan in der Nacht vor Epsteins Tod nicht die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen eingehalten haben. Eigentlich hätte ein Mitarbeiter jede halbe Stunde nach ihm schauen müssen, berichtete die Zeitung unter Verweis auf eine anonyme Quelle. Zudem habe die Anstalt Epsteins Zellengenossen verlegt. Der Angeklagte, der zuvor anscheinend schon einmal versucht hatte, sich umzubringen, war allein und unbeobachtet in seiner Zelle gewesen.

"Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf"

Barr teilte mit, er sei entsetzt darüber, dass Epstein nach einem "offenkundigen Suizid" in seiner Zelle in einem Bundesgefängnis in New York leblos aufgefunden wurde. "Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen." Mitarbeiter des Gefängnisses in Manhattan hatten die Leiche des Ex-Investmentbankers am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr Ortszeit in der Zelle entdeckt. (Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen)

Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem 66-Jährigen vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift.

mf/spon

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