01.09.2014 
Bürger retten statt Banken

10.000 Euro für jeden Bürger

Von Daniel Stelter, beyond the obvious

2. Teil: US-Finanzmanager Blackrock soll die EZB für das neue QE-Programm beraten

Dennoch zeichnet sich eine Fortsetzung der Politik ab. Nachdem die EZB verglichen mit den Notenbanken der USA, Englands, Japans und auch der Schweiz sehr zurückhaltend mit dem direkten Aufkauf von Wertpapieren - das sogenannte "Quantitative Easing" - war, sprechen immer mehr Anzeichen dafür, dass genau dieses nun vor der Tür steht.

So berichtet die Financial Times, dass die EZB den amerikanischen Investmentmanager Blackrock als Berater hinzugezogen hat, um die Details des Programms auszuarbeiten.

Als Bürger mag man sich fragen, wozu die EZB und die nationalen Notenbanken riesige Mitarbeiterstäbe beschäftigen, wenn für derart einfache Fragestellungen teurer externer Rat eingekauft wird. Tröstlich ist, dass die EZB das für die Begleichung erforderliche Geld selbst druckt und damit einen kleinen Beitrag zur Stärkung der Nachfrage leistet.

Wichtiger ist die Frage, weshalb die EZB trotz erwiesener Wirkungslosigkeit und lautstarker Warnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in diese Richtung geht. Angesichts rekordtiefer Zinsen auf Staatsanleihen von Deutschland aber auch den Krisenländern dürfte der Effekt zusätzlicher Käufe minimal sein.

Der wahre Grund dürften die ungelösten Probleme der europäischen Banken (rund 800 Milliarden dürfen fehlen) sein und die absehbare Notwendigkeit, den Stresstest "weniger stressig zu gestalten". Deshalb bieten sich Bankanleihen als Alternative für Wertpapierkäufe an.

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