26.03.2018 
Pfeifer & Langen

So organisiert die größte Zucker-Sippe Deutschlands ihre Geschäfte

Von
Marina Rosa Weigl für manager magazin

3. Teil: Die Rache der Rentner

Warum sollte also ausgerechnet die kleine P & L zu den Gewinnern gehören? (Siehe Grafik.) Wahrscheinlicher ist, dass die Kölner der Konsolidierung in der Branche zum Opfer fallen. Selbst innerdeutsche Firmenehen zwischen P & L, Weltmarktprimus Südzucker (Börsenwert: 3,6 Milliarden Euro) und der genossenschaftlichen Nordzucker (Umsatz: 1,7 Milliarden Euro) gelten nicht mehr als abwegig. Denn das Kartellamt legt künftig wohl den europäischen Markt als Maßstab an, nicht mehr den heimischen.

In Großbritannien und Frankreich gibt es schon lange nur noch je einen Platzhirsch. Gut möglich also, dass die Pfeifers und Langens ihr Erbe verkaufsfertig machen wollen. Einzelne Gesellschafter, heißt es, mahnten bereits eine Diversifizierung des Familienbesitzes an.

Die Lage, kein Zweifel, ist unangenehm. Als Erstes bekamen das die Rentner zu spüren. Vor zwei Jahren schon teilte P & L ihnen mit, dass sie fortan auf ihre Gratifikation nebst Marzipantörtchen verzichten müssten. Sie wüssten schon: die Kosten.

Doch alte Besitzstände können enorme Beharrungskräfte entfalten. Zahlreiche Rentner zogen vor Gericht, nicht wenige gewannen: Arbeitsrichter stuften die Leistung als Gewohnheitsrecht ein. Ihnen muss P & L nun weiter Geld schicken.

Zumindest solange noch welches verdient wird.

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