12.06.2017 
Hype um Frankfurts Aufstieg

Der neue Mainstream

Von Tim Bartz
DPA

7. Teil: Spektakuläres Penthouse

Das spektakuläre Penthouse am neuen Opernplatzensemble mit 400 Quadratmetern umlaufender Dachterrasse wird für 20.000 Euro im Monat vermietet. Und die Topetage im "Henninger Turm", in dem Steakhouse-Tausendsassa Christian Mook (47; "Surf 'n Turf", "Ivory Club", "Zenzakan", "Mon Amie Maxi") bald sein neues Rooftop-Restaurant eröffnet, ging im Bieterverfahren angeblich für einen zweistelligen Millionenbetrag an die Ferrero-Familie.

An Reiz verloren hat dagegen der Taunus. In den 70ern und 80ern standen Kronberg, Königstein, Bad Homburg bei Wirtschaftsgrößen hoch im Kurs, und viele sind auch noch da: die Quandts, Fraport-CEO Stefan Schulte (56), Bafin-Präsident Felix Hufeld (55), Goldman-Chef Wolfgang Fink (50), Ex-SAP-CFO Werner Brandt (63), Bundesbanker Dombret, PwC-Boss Norbert Winkeljohann (59).

Wer wie ein pensionierter Ex-Topmann der Deutsche-Bank-Tochter DWS über 1000 Quadratmeter Wohnfläche, Heimkino und Pool mit Glasboden, unter dem Koi-Karpfen schwimmen, verfügt, muss ja nicht zwingend weg.

Es mangelt jedoch an jungen Zuzüglern. Die Preise im Taunus stagnieren auf hohem Niveau. Der Weg zur Arbeit ist weit, die Stadt wird immer attraktiver, die Kinder sind aus dem Haus und wollen nicht zurück. "Die Nachfrage nach hochwertigem Geschosswohnungsbau ist in Frankfurt höher als im Taunus", sagt Daniel Ritter (45), Chef beim Makler von Poll. Es sind hauptsächlich Chinesen, Araber und Asiaten, die noch kaufen: zwecks Risikostreuung und Flucht vor den Despoten daheim.

Aber selbst die neureichen Ausländer drängen in die Stadtmitte, beobachtet Oliver Gripp (51) von Engel & Völkers (E&V). "Die kommen selbst aus großen Städten, denen ist der Taunus oftmals zu langweilig." Bei von Poll haben sie sogar russische und chinesische Makler angestellt, um deren Landsleuten die Wohnungssuche zu erleichtern. Die Spleens zu kennen gehört zur Willkommenskultur.

So sprang E&V-Mann Gripp kürzlich ein Chinese kurz vor dem Kauf einer millionenteuren Neubauvilla in Sachsenhausen ab: Die benachbarte Pathologie hatte den abergläubischen Asiaten in Angst und Schrecken versetzt.

Zugeschlagen hat der Chinese letztlich doch noch, in einem anderen Stadtteil. Denn in Boomtown Frankfurt nichts zu kaufen ist eben auch keine Alternative.

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