10.08.2015 
Stilfragen

Darf ich meinen Mitarbeitern Komplimente machen?

Von Katharina Starlay

Katharina Starlay
  • Copyright: Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt als Hörbuch erschienen: Der Stilcoach für Männer) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de.

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Einerseits geht es um den Sinn für Schönheit, der bei uns noch ausbaufähig ist. In Deutschland ist es nicht schick, sich für andere schick zu machen. Auch in Italien oder im Tessin kann man ganze Trauben von Männern bewundernd und gestikulierend um einen nagelneuen Ferrari herumlaufen sehen - aber in Business-Deutschland? Das ist nahezu undenkbar.

Andererseits geht es um die professionelle Sachlichkeit, die wir in Gefahr sehen, sobald jemand unsere Erscheinung in ein Lob einbezieht. Noch dazu, wenn wir eine Frau sind. Dann steht wieder die Physis auf dem Plan und mit ihr unsere Emotionen, unser Selbstwert als Frau oder Mann. Wirkliche Anzüglichkeit oder Grenzüberschreitungen am Arbeitsplatz kommen vor. Dagegen muss man oder Frau etwas tun, wenn es geschieht. Aber nicht jedes Kompliment ist anzüglich gemeint.

Auch der positive Zuspruch ist eine Sache von Sender und Empfänger und verlangt von beiden die Kunst der Kommunikation und etwas Vertrauen in das Wohlwollen des anderen.


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