18.12.2016 
Neuaufstellung von Air Berlin

Wie Vielflieger noch punkten können

Von Alexander Koenig
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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Air Berlin kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus: Mit Stefan Pichler geht jetzt der vierte Vorstandschef in fünf Jahren bei der chronisch klammen zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, die seit 2008 (bis auf ein kleines Plus in 2012) rote Zahlen schreibt. Air Berlin steht vor großen Umstrukturierungen: Die Flotte soll auf 75 Maschinen halbiert werden, 1200 Stellen sollen gestrichen werden.. Den Rest des Unternehmens will Etihad mit Tuifly zu einer neuen Fluggesellschaft zusammenführen.

Aber was bedeutet das alles für Vielflieger, die die Airline mit den roten Schokoherzchen dem übermächtigen Kranich vorziehen? Mit der kompletten Streichung des Caterings auf Europastrecken vergrault man die treuen Stammkunden. Ferienflüge nach Palma de Mallorca haben die Airline großgemacht, und nun werden sie eingestellt. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der bisherige Geldgeber Etihad das Unternehmen fallen lässt? Und vor allem: was bedeutet der aktuelle Umbau für das Meilenprogramm Topbonus?

Rund 40 Maschinen werden mitsamt der Crews an die Lufthansa verleast, die damit die dezentralen Strecken betreibt. Dies wurde bereits Ende September beschlossen. Ein erster Schritt zur Entflechtung des Konzerns. Für 300 Millionen Euro gehen die Anteile der österreichischen Tochter Niki an Etihad Airways. Das Niki-Hub in Wien fällt damit zwar für Air Berlin weg, jedoch bringt der Verkauf erst einmal Geld in die Kasse und entlastet Air Berlin zusätzlich noch um die Mittelmeerflüge.

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Niki operiert zukünftig gemeinsam mit Tuifly unter der neuen Dachgesellschaft Blue Sky. Neben den profitablen Langstreckenverbindungen kann sich Air Berlin somit auf die europäischen Verbindungen konzentrieren, die für Geschäftskunden wichtig sind und deshalb saisonal nur geringfügig schwanken.

Aber die Flotte wird nicht nur zerlegt, es ist auch Zuwachs geplant. Erst kürzlich kündigte Air Berlin an, insbesondere auf der Langstrecke expandieren zu wollen: Ab Berlin-Tegel werden San Francisco und Los Angeles im Sommer 2017 neu aufgenommen, nach New York, Chicago und Miami werden die Frequenzen erhöht.

Ab Düsseldorf wird Orlando neben Miami und Fort Myers als drittes Florida-Ziel in den Flugplan aufgenommen, die bestehenden Flüge nach Boston und San Francisco werden häufiger stattfinden. Insgesamt werden dafür drei neue Langstreckenjets vom Typ Airbus A330 die Flotte ergänzen. Auch wenn die amerikanischen Airlines dies als weiteren Vorstoß der Golf-Airlines in den amerikanischen Markt werten, kann davon ausgegangen werden, dass die Expansion durchgeführt wird.

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