25.01.2019 
Neue Änderungen bei Miles & More

Meilenbuchungen werden wieder teurer

Von Alexander Koenig

Im Jahr 2011 war der Aufschrei groß: Lufthansa Miles & More entwertete damals die Prämienmeilen seines Vielfliegerprogramms ohne große Vorwarnung massiv um bis zu 17 Prozent in der Business Class und um bis zu 25 Prozent in der First Class. Es folgte damals ein bis 2013 andauernder großer Prozess, der für die Airline ein PR-Desaster war.

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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner neuen Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Acht Jahre später ist es wieder so weit. Während andere Meilenprogramme in der Zwischenzeit teilweise mehrfach die Preise für Flugprämien erhöht haben, hat sich Miles & More aber zurückgehalten. Stattdessen wurde "lediglich" das Prämienmeilen-Sammeln im März 2018 auf ein umsatzbasiertes System umgestellt, was die Meilenausbeute für einen Großteil der Fliegenden, insbesondere bei günstigeren Tickets, um teilweise bis zu 70 Prozent reduziert hat. Positiv war hingegen die Einführung des sogenannten Meilenpooling. Jetzt hat Miles & More für den 9. Mai Änderungen für die Flugprämienpreise angekündigt.

Neue Flugprämienpreise von und nach Europa

Generell erhöhen sich die Preise für Prämienflüge von und nach Europa um 4 bis 7 Prozent. Und die neuen Preise gelten nur für Flüge, die ab dem 9. Mai 2019 gebucht werden. Man hat also noch dreieinhalb Monate Zeit. Nur zum Vergleich: Vergangenes Jahr hatte Qatar Airways unangekündigt über Nacht die Prämientickets bis zu 70 Prozent teurer gemacht und Buchungsgebühren eingeführt und Etihad berechnete bis zu 200 Dollar mehr für Prämientickets, hob den Chauffeurservice für solche komplett auf und erhöhte Prämienticketpreise um bis zu 15 Prozent. Wenn man das vergleicht, dann sind die aktuellen Änderungen von Miles & More sehr moderat.

Die Änderungen betreffen auch primär Business und First Class Flüge. Hier kann man das alte Award Chart ansehen und hier das neue.

Änderungen in Business und First Class

In der Business Class bleiben die Preise innerhalb von Europa gleich, ebenso bei Routings nach Nahost, Kaukasien, Nord & Zentralafrika. Ansonsten werden einfach immer 7000 Prämienmeilen aufgeschlagen, was relativ gesehen 4 bis 7 Prozent ausmacht.

Business Class

von Europa nach alt neu Änderung
Europa 50.000 50.000 0%
Nordamerika 105.000 112.000 7%
Hawaii 185.000 192.000 4%
Mittelamerika & Karibik 120.000 127.000 6%
Südamerika 135.000 142.000 5%
Nahost/Kaukasien/Nord- & Zentralafrika 70.000 70.000 0%
Südliches Afrika 105.000 112.000 7%
Indien 105.000 112.000 7%
Südostasien 135.000 142.000 5%
Zentralasien & Fernost 135.000 142.000 5%
Australien, Neuseeland, Ozeanien 185.000 192.000 4%

In der First Class sind es immer 12.000 Meilen, was relativ gesehen ebenfalls 4 bis 7 Prozent ausmacht.

First Class

von Europa nach alt neu Änderung
Europa N/A N/A N/A
Nordamerika 170.000 182.000 7%
Hawaii 290.000 302.000 4%
Mittelamerika & Karibik 190.000 202.000 6%
Südamerika 210.000 222.000 6%
Nahost/Kaukasien/Nord- & Zentralafrika 125.000 130.000 4%
Südliches Afrika 170.000 182.000 7%
Indien 170.000 182.000 7%
Südostasien 210.000 222.000 6%
Zentralasien & Fernost 210.000 222.000 6%
Australien, Neuseeland, Ozeanien 290.000 302.000 4%

In der Economy Class ändert sich nur etwas bei Flügen innerhalb einer Region und dort auch nur außerhalb von Europa. So werden die Preise dort absolut um 5.000 Meilen angehoben, was relativ gesehen jeweils 17 Prozent ausmacht. Dieselben Änderungen um 5000 Meilen gibt es auch für Business und First Class Prämientickets, wo sie 9 beziehungsweise 7 Prozent ausmachen.

Schließlich werden die 3-Regionen-Prämien und die Round the World Tickets in der Business Class um 10.000 Meilen teurer und in First Class um 20.000 Meilen.

Fazit

Die Änderungen sind natürlich ärgerlich, aber sie relativieren sich, wenn man sich klar macht: Der Verbraucherpreisindex stieg von 2011 bis 2018 um 11,7 Prozent, die Meilenpreise von Europa aus werden mit den neuen Änderungen nur um 4 bis 7 Prozent teurer. Wichtig ist: Für alle Buchungen vor dem 9. Mai kommt man noch in Genuss des alten Prämienmeilencharts.

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