17.03.2019 
262 Inseln zwischen Großstadttraum und Waldidylle

Hongkongs grüne Seiten

Hong Kong Tourism Board/dpa-tmn

Feinbemalte Drachenköpfe pflügen durch das aufgewühlte Wasser. Die farbenprächtigen Figuren zieren die Buge der schmalen, langen Paddelboote, die zwischen den Lastkähnen im Hafen an der schimmernden Skyline der Großstadt vorbeiziehen. In jedem Drachenboot sitzen 18 durchtrainierte Athleten, die synchron zum Schlag der Trommeln und den Rufen der Steuermänner ihre Paddel ins Wasser stoßen. Immer wieder und wieder, bis die Boote Hunderte Meter weiter über die Ziellinien jagen.

In Hongkong wird diese jahrhundertealte chinesische Tradition seit einigen Jahrzehnten wieder gepflegt. Jährlich findet ein großes Drachenbootrennen statt, in diesem Jahr vom 14. bis 16. Juni. 2018 zählte das Spektakel 5000 Teilnehmer. Hunderttausende Zuschauer feuern die Athleten in den Booten vom Ufer aus an.

Doch Hongkong bietet weit mehr als buntes Volksfest vor der Skyline am Hafen. Die Millionenmetropole in China ist unerwartet grün. Insgesamt umfasst die Stadt eine Fläche von mehr als 1100 Quadratkilometern, die sich über drei Gebiete verteilt: Hongkong Island, die Halbinsel Kowloon und die New Territories. Zwei Drittel des Stadtgebietes, das aus 262 Inseln besteht, sind nicht bebaute Landschaften, 40 Prozent der Fläche stehen unter Naturschutz.

Deutlich wird der Kontrast auf der Insel Lantau, und ganz besonders in dem Fischerdorf Tai O. Gebaut wurden die Häuser dort direkt in das Wasser, auf wackelig wirkenden Stelzen. Das Transportmittel der Wahl sind Kutter. Wer aussteigt, geht über kleine Brücken und durch enge Gassen vorbei an unzähligen Marktständen. Weiter weg könnte der hektische und schnelllebige Finanzdistrikt der Stadt von hier aus gefühlt nicht sein - dabei sind es gerade einmal 30 Kilometer Luftlinie. Und eine Fähren-Fahrt.

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Ähnlich wirkt die Idylle oben in den grünen Hügeln der Inseln Lantau. Hinauf geht es leise mit einer Seilbahn. Den Boden kann man von der Kabine aus kaum sehen, so dicht stehen unten die Wälder. Nur ab und an tauchen Wege und winzige Wanderer auf. Und dann zeigt sich irgendwann zwischen Nebelschwaden eine überdimensionale, 34 Meter hohe bronzefarbene Buddhafigur.

Sie und das nahe liegende Po Lin Kloster sind Pilgerstätten für Gläubige aus ganz Asien. Den Weg zum Klostereingang säumen kitschige Souvenirstände und Ableger internationaler Fastfood-Ketten. Im Kloster selbst gibt es ein vegetarisches Restaurant.

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