09.12.2019 
Spitzenkoch Stefan Beiter testet neue Küchen-Gadgets

Raclette oder Fondue? Beides zugleich!

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Foto: manager magazin

Weit schweift der Blick über die Hamburger Binnenalster - das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Gourmetrestaurant Se7en Oceans hat seinen Platz mitten im Herzen der Stadt. Ein verglaster Aufzug fährt an der feinen Shopping-Mall Europa-Passage direkt in die Bel Etage. Hier kocht seit September Stefan Beiter, schon seit vielen Jahren auf Sterne-Niveau unterwegs, seine französisch geprägten, aber nie überkandidelten Raffinessen. Seine letzten Stationen: bei Christian Jürgens im Seehotel Überfahrt am Tegernsee (3 Sterne), das Restaurant Esszimmer im Hotel Goldene Traube in Coburg und die Alte Post in Nagold.

In Hamburg bespielt der 40-Jährige nicht nur das Fine-Dining-Restaurant, sondern auch Bistro und Sushi-Bar. Für manager-magazin.de testet Beiter neue Küchen-Gadgets, unterstützt von seinem Chef de Partie Marc Morgenroth (30), und setzt damit unsere Reihe mit Spitzenköchen fort (hier geht es zu den vorherigen Tests mit , und ).

Das erste Gerät im Test (weitere Tests folgen in den kommenden Tagen) ist ein klarer Kandidat für festliche Runden am heimischen Esstisch: Die WMF Lumero Gourmet Station 3 in 1 (rund 200 Euro) bringt das Potential mit, über weihnachtliche Grundsatzfragen entzweite Familien zu versöhnen - denn die Frage "Raclette oder Fondue" beantwortet das Gerät mit: "Beides!" und bringt als dritte Funktion noch einen Tischgrill mit. Bis zu acht Personen können sich um dieses Hightech-Lagerfeuer versammeln, die Temperatur für Raclette und Fondue kann separat geregelt werden.

Beiter befüllt den Fonduetopf mit einer feinen asiatischen Hühnerconsommé. Koch Morgenroth ölt die Grillplatte mit Küchenkrepp: "Das geht besser als mit einem Pinsel - der brennt zu leicht an." Das erfreulich selbsterklärende Gerät kommt schnell auf Temperatur, allerdings enttäuscht die Grillplatte: "Wichtig ist, dass das Fleisch brät und nicht kocht, sonst fehlen die Röstaromen", erklärt Morgenroth. Die Grillfunktion kann Beiter nicht überzeugen: Zu schnell kühlt die Platte ab, wenn nur vier, geschweige denn acht Personen zugleich Gargut auflegen, ist an richtiges Braten nicht mehr zu denken. Trotzdem ist das Gerät Morgenroths Favorit - weil es so gesellig ist und es einfach [SL1] Spaß mache, verschiedene Garmethoden parallel zu betreiben (und vielleicht auch, weil dabei niemand in der Küche stehen muss).

Fazit: Ein Spaßgerät für gesellige Runden - wer scharf Gegrilltes mag, sollte aber lieber noch eine Bratpfanne in der Bereitschaftsküche haben.

Hier geht es zu Folge 2: Ember Mug: Der 99-Euro-Warmhaltebecher im Praxistest

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