05.04.2019 
Besser trainieren

Wie langsames Laufen Sie schnell macht

Von Andreas Butz

Andreas Butz
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    Andreas Butz ist einer der gefragtesten Laufexperten in Deutschland. Der gelernte Banker, über 140-fache Marathonläufer und Gründer der Laufcampus Akademie trainiert und motiviert mit seinem Trainerteam Menschen und Unternehmen. Sein Credo: "Laufen ist der kürzeste Weg zu allem, was Menschen erfolgreich macht¿. Er hat zahlreiche Laufbücher geschrieben. 2015 erschien "Schwitzen für Erfolg - In Laufschuhen Karriere machen".
    www.andreasbutz.com
    www.laufcampus.com

"Einmal pro Woche solltest du ein Intervalltraining machen. Das ist wichtig für Herz, Kopf und Muskulatur."

"Okay, geht klar."

"Weiterhin wäre ein ZDL, ein zügiger Dauerlauf, wichtig. Dieser Lauf an der aerob-anaeroben Schwelle tut richtig gut".

"Klingt auch gut, mache ich gerne."

"Und einmal pro Woche, das wichtigste Training überhaupt, mach einen langen und langsamen Dauerlauf."

"Oh nein, bitte nicht langsam. Lang ist ja ganz okay. Aber langsam? Langsam, das kann ich nicht."

Wie oft ich diese Unterhaltung genau so schon geführt habe? Hunderte Male wenigstens. Die Angst des Läufers vorm langen und langsamen Lauf ist ein Phänomen. Und so lange es Läufer gibt, die diesen Rat nicht befolgen, wird mir die Arbeit nicht ausgehen. Die Arbeit, das Training meiner Schützlinge erfolgreicher zu gestalten.

Die Abneigung vor dem Langsamlaufen ist so weit verbreitet, wie die Lust am Laufen an sich. Und der Irrglaube an den Nutzen von klebrigen Energy-Gels wird lieber gehegt als die Bereitschaft, den Energiestoffwechsel durch ruhiges Dauerlaufen zu optimieren. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls finde ich es gleichermaßen witzig und paradox, dass eine Empfehlung härter zu trainieren breitwilliger akzeptiert wird, als mal ganz gemächlich im Quassellauftempo zu joggen. Apropos Joggen. Wer hat das eigentlich erfunden?

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