05.04.2019 
Besser trainieren

Wie langsames Laufen Sie schnell macht

Von Andreas Butz

2. Teil: Die Väter des Supersauerstofflaufs

Von Friedrich Ludwig Jahn (1778 bis 1852), besser bekannt als Turnvater Jahn, stammt die Empfehlung "Lauf ohne Schnauf"; inzwischen als "Laufen ohne Schnaufen" ein geflügeltes Wort, wenn es darum geht zu beschreiben, wie sich langsames Laufen anfühlen sollte.

Auch Laufdoktor Ernst van Aaken (1910 bis 1984) propagierte, dass der langsame und lange Dauerlauf im Sauerstoffüberschuss, nicht nur die Basis für die Gesunderhaltung sei, sondern auch für eine nachhaltige Leistungsverbesserung von Leistungssportlern. Das nach seinem Heimatort "Waldnieler Ausdauertraining" benannte Training führte zu zahlreichen Spitzenläufer, vor allem im Langstreckenlauf und später sogar zur Trimm-Trab-Bewegung

Mit dem Jogging-Erfinder Arthur Lydiard (1917 bis 2004), einem der erfolgreichsten Lauftrainer des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde LSD im Laufsport bekannt. LSD als Kürzel für den Long Slow Distance Running. Lydiard gilt als der Erfinder des Joggings. 1961 gründete er in seiner Heimat Neuseeland den ersten Jogging-Club. Von Neuseeland aus eroberte die Jogging-Bewegung zunächst die USA und schließlich die ganze Welt.

Heute wird Jogging eher mit wenig ambitionierten Laufsportlern in Verbindung gebracht. Wettkampfläufer zwischen 10 Kilometer und Marathon verstehen sich nicht als Jogger. Ob es daran liegt, dass Laufen im ruhigem Tempo heute verpönt ist?

Mir selbst hat einst der norddeutsche Lauftrainer Heinz Spies (1935 bis 2013) den SSL nahe gebracht. Heinz war lange Jahre Renndirektor des Bremen Marathons. Ich lernte ihn im Jahr 2000 bei einem Laufseminar in Bad Arolsen kennen. Hier erzählte er mir, dass er sogar 5000-Meter-Läufer mit langen Laufeinheiten von bis zu 50 Kilometer im SSL-Bereich trainieren würde. Bei späteren Kontakten freute er sich, dass einige seiner Ideen in meiner Laufcampus-Methode aufgegangen sind. So zum Beispiel, ruhig mal einen Marathon als Trainingsmarathon als Vorbereitung auf einen Wettkampfmarathon einzubauen.

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