08.10.2019 
Aston Martin DBS Superleggera im Fahrtest

Brüllender Zwölfzylinder

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5. Teil: Audi A6: Mehr Wumms, aber ein paar Schwächen

Als klassische Limousine gehört der Audi A6 zu den bedrohten Arten. Man fährt heute lieber hochbeinig mit einem Geländewagensurrogat oder doch wenigstens mit einem Kombi. Das geht allen Herstellern so. Bei Audi kommt allerdings erschwerend hinzu, dass derzeit nur Verbrennermaschinen im Angebot sind. Elektromotoren gibt es nicht, selbst Plug-in-Hybride fehlen.

Äußerlich immerhin wirkt der A6 frisch und knackig. Er ist schärfer gezeichnet als sein Vorgänger, mit muskulösen Heckkotflügeln und einer rasant abfallenden C-Säule. Fahrwerk, Acht-Stufen-Getriebe und Bremsen sind exzellent abgestimmt; auch jenseits von Tempo 200 herrscht Ruhe, dafür sorgt die ausgefeilte Aerodynamik.

Die bis zu 38 Assistenzsysteme wurden im Vergleich zum A8, in dem die meisten schon im Jahr 2017 Premiere feierten, weiter verfeinert. Das Navi fährt nun zum Beispiel beim Start schneller hoch, berücksichtigt Innenstadtstaus und kurzfristige Sperrungen, wie sie etwa rund um das Berliner Regierungsviertel häufig vorkommen. Die Sensoren und Kameras des Querverkehrswarners gucken um die Ecke und reagieren beim Ausparken verlässlich mit einer Vollbremsung, wenn etwa ein Radler heranprescht, der vom Platz hinterm Lenkrad nicht zu sehen ist.

Audi A6
Technik
286 PS
210 kW aus 2967 ccm Hubraum
194-182 g/km CO2-Emission/km (nach WLTP)
Dynamik
5,5 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
250 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 58.700 Euro

Nicht so schön fand ich indessen, dass der Tempomat des A6 mehrfach auf der Autobahn aus heiterem Himmel die Geschwindigkeit verringerte. Die Hinterherfahrenden reagierten mindestens irritiert, manchmal mussten sie heftig abbremsen. Irgendwo im Datenspeicher des Audi-Navi war offenbar ein Tempolimit programmiert.

Schließlich gilt es noch die Wiederentdeckung des Turbolochs zu vermelden: Beim Ampelstart beschleunigte der Testwagen mit 50-TDI-Motorisierung zunächst maßvoll, um dann bei 2200 Umdrehungen unvermittelt nach vorn zu schießen. Was bei meinen Passagieren zu unfreiwilligem Kopfnicken führte. Und bei mir zu Kopfschütteln.

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