18.12.2019 
Start-ups, Mode-Imperien, Burger-Ketten

Hier sind fünf sehr gute neue Wirtschaftsspiele

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4. Teil: Brass Birmingham: Gnadenloser Kapitalismus

Das wichtigste Zubehör für diese üppige Wirtschaftssimulation von Martin Wallace ist nicht in der Schachtel enthalten: Bequeme Stühle. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass man länger als drei Stunden am Tisch verbringt, bis sich im Zeitraffer des Jahrhunderts der industriellen Revolution zwischen 1770 und 1870 entschieden hat, wer das erfolgreichste Firmenimperium mit Baumwollspinnereien, Kohleminen, Stahlindustrie und Brauereien aufbaut. Bis es soweit ist, vergehen im Spiel schließlich hundert Jahre in zwei Phasen: In der ersten baut man am Kanalsystem, in der zweiten am Eisenbahnnetz, muss Rohstoffe gewinnen, seine Erzeugnisse verkaufen und möglichst viele Siegpunkte generieren.

Das Spiel ist hochkompetitiv und sollte vielleicht mit dem Warnhinweis versehen werden, dass es angespannte Beziehungen belasten kann - Brass Birmingham ist alles andere als ein gemütliches "komm, wir spielen mal was zusammen". Es geht brutal gegeneinander. Das Spiel ist zwar nur auf Englisch erschienen, aber da das Material sprachneutral ist, ist das egal - eine kostenlose deutsche Version der Spielregel kann man sich (nach einer kostenlosen Registrierung) als PDF auf der Brettspieler-Seite Boardgamegeek herunterladen. Wer Englisch kann und lieber visuell lernt, findet hier ein gutes Tutorial.

Geeignet für: Expansionsfreudige Strategen mit Geschichtsinteresse. Knallharte Kapitalisten.

Finger weg: Spieler, die lieber nach Gefühl statt nach Kalkül spielen - das rächt sich schmerzhaft. Harmoniesüchtige.

Gruppengröße: zwei bis vier Personen

Spieldauer: Mindestens zwei Stunden

Preis: Rund 60 Euro

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