18.12.2019 
Start-ups, Mode-Imperien, Burger-Ketten

Hier sind fünf sehr gute neue Wirtschaftsspiele

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3. Teil: Prêt-à-Porter: Die grausame Welt des schönen Scheins

Dieses Spiel des polnischen Autors Ignacy Trzewiczek ist Wirtschaft pur: Die knallharte Simulation von Aufstieg (und, wenn man Pech hat, Fall) von Modeimperien machte bereits 2010 Furore, war aber schnell vergriffen. Mit Hilfe des Crowdfunding-Portals Kickstarter kam 2019 die dritte, überarbeitete Edition auf den Markt. Das viel gelobte Strategiespiel läuft über ein Geschäftsjahr mit vier Quartalen. Jedes Quartal muss man eine Modenschau auf die Beine stellen - dafür braucht man Mitarbeiter, Verträge und Produktionsgebäude. Das alles kostet. Und wenn man sich verkalkuliert, muss man Kredite aufnehmen - und falls man die nicht ablösen kann, gerät man sehr schnell in eine Abwärtsspirale des finanziellen Verderbens. Natürlich kann man schwache Mitarbeiter entlassen, aber auch das kostet: Ohne Abfindungen läuft da nämlich gar nichts.

Klug einkaufen, die richtigen Leute einstellen, Trends bedienen, Qualität sichern, PR betreiben und am Ende die eigene Kollektion zu Höchstpreisen an den Mann bringen - wer dieses Optimierungsvieleck zum ersten Mal bedient, wundert sich, wie überhaupt jemals irgendein Modeunternehmen überleben konnte. Die Unterteilung in vier Quartale mit je drei unterschiedlichen Phasen lässt keine Langeweile aufkommen. Das Thema ist auch für Vielspieler ungewohnt, aber ungemein reizvoll - und schafft es vielleicht, auch Leute an den Tisch zu locken, die mit klassischen Wirtschaftsspielen weniger am Hut haben. Auch wenn sie es nach dem Ende des ersten Quartals unter Umständen bereuen könnten.

Geeignet für: Modeaffine Menschen, die Lust auf Ökonomie haben, und Ökonomiebegeisterte, die das Thema Mode spannend finden.

Finger weg: Optionsparalytiker, die schon beim Setzen ihrer drei Mitarbeitersteine in der ersten Phase in quälend langes Grübeln geraten würden.

Gruppengröße: zwei bis vier Personen

Spieldauer: Mindestens zwei Stunden

Preis: Rund 50 Euro

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