20.03.2019 
Weltglückstag

Zehn Dinge, die Sie für Ihr Glück tun können

Von
DPA

Am 20. März wird zum siebten Mal der Weltglückstag gefeiert, ausgerufen von den Vereinten Nationen mit dem Ziel, nicht-materiellen Wohlstand zu fördern - Glück und das Streben danach. Wie können wir im Alltag glücklicher werden?

Ilona Bürgel
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    Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus. Der Glückssuche geht sie in einer aktuellen Blogparade nach, die Sie hier finden.

Ich gönne mir einen Kurzurlaub. Meer, Sonne, langsam sein. Zeit haben. Zeit sogar einmal scheinbar verschwenden: Etwa mit der Beobachtung eines Latte Macchiatos.

Genauer gesagt, des Zuckers im Latte Macchiato. Die Tüte aufreißen, den Zucker ins Glas schütten und nun: warten und schauen. Wie er sich ganz langsam den Weg durch den festen Schaum bis zum Bestimmungsort darunter bahnt. Geräuschlos. Um später mit einem schneekugelgleichen Schauspiel auf dem Boden des Glases anzukommen. Das dauert. Ich bin geneigt, den Löffel zu nehmen und umzurühren. Um wie sonst auch schnell trinken zu können. Um danach schnell etwas anderes tun zu können.

Doch dieses Mal nicht. Ich entspanne mich und genieße das Schauspiel. Kindliche Freude stellt sich ein. Warum tue ich das nicht öfter?

Warum Erfolg ein falscher Freund ist

Alles was wir tun, tun wir schlussendlich, um glücklich zu sein. Ein bestimmter Karriereschritt, Partner, Körper, Verdienst oder Auftrag: am Ende steht immer die Annahme, dass wir danach glücklicher sind als jetzt. Dies ist insofern falsch, als die Glücksforschung von einem Setpoint ausgeht. Einem Wert, zu dem wir immer wieder zurückkehren. Auch nach großen schönen und schlimmen Ereignissen. Erfolg kann unserem Glück sogar schaden. Denn: Wir kommen nie an.

In unserer Gesellschaft folgen einem erreichten Ziel nicht Zufriedenheit und Glück sondern stets das nächsthöhere. Die Erfolgsbedingungen wachsen immer weiter. Da wir immer mehr erreichen wollen, müssen wir dafür immer mehr leisten.

Das klappt aber nur bedingt, denn wir machen unseren Erfolg von Bedingungen abhängig, die wir nicht mit Sicherheit beeinflussen können, wie etwa das Kundenverhalten oder Marktentwicklungen. Hinzu kommt: Der Glücksbotenstoff Dopamin hat drogenähnliche Wirkung. Wir brauchen eine immer höhere Dosis, nur um uns gleich wohl und zufrieden zu fühlen. Das ist bei Essen, Einkaufen, Spielen, Alkohol und auch bei Erfolg so.

Warum das Glück den Erfolg zur schönsten Nebensache der Welt macht

Hinter diesem Lebenskonzept steht die Annahme, dass wir uns Glück erarbeiten müssen. Über Anstrengung und Erfolg. Dabei zeigt die Wissenschaft, dass es umgekehrt viel besser funktioniert. Sind wir glücklich, kommt es zu so genannten "happy circles": Glückliche Menschen sind aktiv, produktiv, kreativ und deshalb erfolgreich. Glücklich sein lohnt sich auch deshalb, weil glückliche Menschen positiver eingeschätzt werden, eine bessere Arbeitsleistung aufweisen, seltener unsoziales Verhalten wie Mobbing zeigen, mehr verdienen und seltener unter Burnout leiden. Sie setzen sich höhere Ziele und erreichen sie effizienter.

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Glück ohne Erfolgsbedingungen macht uns fitter. Wir müssen uns ja nicht mehr auf Kosten unserer Leistungsfähigkeit abrackern, um glücklich zu sein. Wir sind es schon. Der Erfolg wird dann zum angenehmen Extra.

Wir können außerdem sagen: Glück ist nicht was Sie haben, sondern wie Sie es sehen. Denn wenn wir nicht zufrieden sind mit dem, was wir schon haben, werden wir es auch nicht mit dem sein, was wir glauben haben zu müssen.

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