18.03.2019 
Weltgrößter Flugzeugbauer unter Druck

Sollten Investoren jetzt Boeing-Aktien kaufen?

Von

2. Teil: Ein weltweites Grounding gab es bei Boeing schon einmal

Starke Position in wachsendem Markt

Das heißt, der Konzern hat die denkbar stärkste Position in einem milliardenschweren Markt, der noch dazu von Jahr zu Jahr wächst. Erst im Herbst vergangenen Jahres gab die internationale Flugvereinigung IATA die Prognose aus, die Zahl der Flugpassagiere werde sich rund um den Globus bis 2037 auf 8,2 Milliarden im Jahr verdoppeln. Mit einem Schwerpunkt im asiatischen Raum, so IATA, wachse das Aufkommen an Fluggästen auch künftig um jährlich 3,5 Prozent.

Was das für die Hersteller bedeutet, teilt Boeing im konzerneigenen Marktausblick mit: Mehr als 42.000 neue Flugzeuge werden in den kommenden 20 Jahren weltweit gebraucht, so das Unternehmen. Etwa Dreiviertel davon werden demnach Modelle mit nur einem Gang in der Kabine sein - zu denen auch die 737 Max gehört.

Das Wachstum ist allerdings nur ein Aspekt, der aus diesen Zahlen deutlich wird. Ein anderer: Wer jetzt fürchtet, dass wegen der 737-Max-Probleme reihenweise Airlines zum Boeing-Konkurrenten Airbus wechseln könnten, der muss sich fragen, ob die Europäer überhaupt in der Lage wären, das höhere Bestellaufkommen binnen der erforderlichen Zeit zu bedienen. Schließlich hat Airbus schon gegenwärtig mit Lieferproblemen beim 737-Max-Konkurrenten A320 neo zu kämpfen.

Ein weltweites Grounding gab es bei Boeing schon einmal

Schließlich: Schon einmal gab es ein weltweites "Grounding" für ein Flugzeugmodell von Boeing. 2013 mussten wegen der Gefahr von Batteriebränden an Bord sämtliche Maschinen des Typs 787 Dreamliner mehrere Monate lang am Boden bleiben. Es handelte sich gegenüber dem aktuellen Fall zwar nur um die vergleichsweise geringe Anzahl von 50 Maschinen (737 Max: fast 400). Der Aktienkurs von Boeing geriet seinerzeit im Zusammenhang mit den 787-Problemen ebenfalls zeitweise merklich unter Druck.

Die Kursschwäche war allerdings nicht von langer Dauer. Unter dem Strich beendete die Boeing-Aktie das Jahr 2013 mit einem Plus von etwa 70 Prozent, während zugleich der breite US-Index S&P 500 um 30 Prozent zulegte.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Auch in den Jahren danach blieb das Papier des US-Herstellers auf einem Höhenflug. Während die US-Börse insgesamt - gemessen am S&P 500 - von 2013 bis heute um etwa 100 Prozent gestiegen ist, ging es mit der Aktie von Boeing um sage und schreibe 450 Prozent nach oben. Der aktuelle Kursrutsch wirkt angesichts dieser Entwicklung im langfristigen Kurs-Chart lediglich wie eine gesunde Korrektur.

Auch das womöglich ein Grund, jetzt bei dem Unternehmen einzusteigen - zumindest für Spekulanten.

2 | 2

Mehr zum Thema