13.08.2019 
Edelmetall gefragt wie lange nicht

Goldpreis auf Sechsjahreshoch - Höhenflug geht weiter

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Der Goldpreis profitiert weiter von politischen Risiken und einem starken Rückgang der Renditen für Staatsanleihen. Am Dienstag hat der Preis für das Edelmetall den jüngsten Höhenflug fortgesetzt. Gegen Mittag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) auf 1535,11 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2013. Seit Anfang Juni ist der Goldpreis um knapp 20 Prozent gestiegen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Preis von Gold die Marke von 1500 Dollar je Unze überschritten. Eine Grenze, die er in der vergangenen Woche erstmals seit 2013 übersprungen hatte.

Ein Grund für den Preisanstieg dürfte die Verunsicherung an den weltweiten Finanzmärkten sein: Beim Handelskonflikt zwischen den USA und China ist keine Entspannung in Sicht, und auch das Thema Brexit sorgt weiter für Nervosität. Investoren rechnen vor dem Hintergrund mit sinkenden Zinsen, was die Attraktivität von Gold tendenziell erhöht. Auch am Aktienmarkt ist die allgemeine Verunsicherung zudem spürbar. Am Montag ging es an der Börse erneut turbulent zu.

Vor dem Hintergrund rechnen mehrere Experten vorerst weiter mit einem stabilen bis steigenden Goldpreis, wobei die Marktteilnehmer zum Großteil ein eigenes Interesse am Goldpreisanstieg haben. "Die Zeichen für einen weiteren Anstieg des Goldpreises stehen gut", teilt beispielsweise Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler beim Handelshaus Heraeus, auf Anfrage von manager-magazin.de mit. "Der Handels- beziehungsweise Währungskonflikt zwischen den USA und China, die Spannungen zwischen den USA und dem Iran und nicht zuletzt die Erwartung sinkender Leitzinsen sollten das Metall auch weiterhin unterstützen."

Heraeus schließe mittelfristig einen Anstieg auf bis zu 1530 US-Dollar je Unze nicht aus, so Zumpfe. Allerdings bestehe nach der Preisrallye der letzten Wochen auch ein Rückschlagpotenzial, da der Markt einen überhitzten Eindruck mache. "Ein Rückgang bis auf 1450 Dollar ist daher möglich", meint Zumpfe. Danach werde Gold jedoch seine Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Auch Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa Goldhandel, äußert sich optimistisch. Der Goldpreisanstieg sei zwar in den letzten Tagen auffällig stark ausgefallen, meint er. Die Preissteigerung bleibe jedoch im Einklang mit dem langfristigen Trendverlauf, der bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts eingesetzt habe.

Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH, erläutert, dass es sich gegenwärtig um eine breite Aufwärtsbewegung am Edelmetallmarkt handelt. "Nachdem der Markt in den letzten Monaten vor allem durch Käufe am Terminmarkt nach oben getrieben wurde, legten jetzt sowohl der Silberpreis als auch die Minenaktien stärker zu als Gold", so Siegel. "Bei einem gleichzeitig stabilen Dollar stieg der Goldpreis in Euro zudem schneller als auf Dollarbasis. Diese Signale sind typisch für eine breit angelegte Aufwärtsbewegung."

Siegel erwartet, dass weitere Investoren in den Markt einsteigen werden. "Der Markt macht aktuell einen robusten Eindruck", so seine Beobachtung. "Dass er die Marke um 1.380 US-Dollar noch einmal testet, ist aktuell unwahrscheinlich."

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