18.12.2018 
Kursgewinne gegen den Markttrend

Minenaktien - das (derzeit) bessere Goldinvestment

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Auch in fallenden Aktienmärkten lassen sich Gewinne erzielen - die Frage ist nur, mit welchen Papieren. Eine Bestätigung findet diese Binsenweisheit gegenwärtig bei den Papieren von Goldminen: Während sich die Aktienkurse insgesamt seit Wochen auf Talfahrt befinden, legen die Kurse von Unternehmen wie Barrick Gold oder Anglogold Ashanti zum Teil kräftig zu.

Hintergrund dürfte in erster Linie der stabile bis leicht steigende Goldpreis sein, der gegenwärtig durch die Schwäche der Aktienmärkte sowie eine generelle Risikoaversion vieler Investoren gestützt wird. Gold notiert zurzeit bei etwa 1250 Dollar je Feinunze und damit rund 4 Prozent höher als noch vor drei Monaten.

Auch zuletzt wieder fallende Anleiherenditen treiben den Goldpreis an, schreibt die Commerzbank in einem Marktkommentar am Dienstag. Zudem hilft die gesamtwirtschaftlich schwächer werdende Entwicklung, insbesondere in den USA: Dort dürfte die Notenbank Fed ihre Leitzinsen in dieser Woche zwar ein weiteres Mal anheben. Zusätzliche Zinsschritte im kommenden Jahr werden von Marktteilnehmern angesichts der schwächeren Konjunktur aber zunehmend angezweifelt, wie auch die Commerzbank beobachtet.

All dies sind gute Nachrichten für Goldfreunde, denn der Preis des Edelmetalls profitiert davon - und damit auch die Aktienkurse der Goldproduzenten. Ein besonderer Bonus ist dabei die Hebelwirkung des Goldpreises auf die Aktienkurse: Weil jede Bewegung des Goldpreises ausschließlich die Einnahmen der Minenunternehmen beeinflusst, nicht aber deren Produktionskosten, wirkt sie sich - jedenfalls theoretisch - überproportional auf den Gewinn aus, sowohl in Richtung abwärts als auch in Richtung aufwärts. Aktuell bedeutet das: Die Aktienkurse von Goldminen müssten allein schon aufgrund dieser Überlegung kräftiger zulegen als der Goldpreis.

Und das tun sie zum Großteil auch: Allein seit Anfang Oktober haben sowohl der deutsche Leitindex Dax als auch der breite US-Aktienindex S&P 500 jeweils mehr als 10 Prozent an Wert verloren. Mit den meisten Goldfirmen dagegen ging es zum Teil kräftig aufwärts: Die Papiere von Newmont Mining, Kinross Gold sowie Newcrest Mining stiegen im gleichen Zeitraum um jeweils rund 10 Prozent. Mit Barrick Gold und dessen Übernahmeziel Randgold ging es um mehr als 20 Prozent aufwärts, und die Aktien von Gold Fields sowie Anglogold Ashanti legten sogar um 40 Prozent oder mehr zu.

Lediglich das Branchensorgenkind Nummer eins, das kanadische Unternehmen Goldcorps, konnte sich dem Trend nicht anschließen. Das Unternehmen, das seit Jahren für negative Schlagzeilen sorgt und zuletzt mit seinen Geschäftsergebnissen für das dritte Quartal 2018 erneut enttäuschte (Nettoverlust: etwa 100 Millionen Dollar), verbuchte seit Anfang Oktober einen Aktienkursverlust von etwa 10 Prozent.

Die entscheidende Frage lautet allerdings selbstverständlich: Wie geht es weiter? Die Antwort kennt keiner. Zwar häufen sich aktuell wieder die Prognosen der Banken und Finanzhäuser für das kommende Jahr, diese sind jedoch wie immer mit Vorsicht zu genießen.

Für Gold zeigen sich viele Fachleute optimistisch, was angesichts der vermutlich vorerst anhaltenden Unruhe an den Finanzmärkten nicht verwundert. Die US-Bank Goldman Sachs beispielsweise sieht den Goldpreis in den kommenden zwölf Monaten auf bis zu 1350 Dollar je Unze steigen. Das würde die Aktienkurse der Minenfirmen vermutlich weiter in die Höhe treiben. Einen ähnlichen Ausblick hatte Goldman allerdings auch schon zu Beginn des laufenden Jahres gegeben.

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