18.02.2019 
Chinesen bauen Anteil ab

HNA verkauft Deutsche-Bank-Aktien zum doppelten Preis

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Als der chinesische Investor HNA 2017 bei der Deutschen Bank einstieg, wurde er mitunter belächelt: Die Aktien des größten deutschen Geldhauses notierten nahe eines Zwei-Jahres-Hochs. Kein guter Zeitpunkt für ein Engagement bei einem Unternehmen, dessen Geschäfte eher mau laufen und das mit zahllosen Problemen zu kämpfen hat, meinte womöglich manch einer.

Inzwischen hat HNA seinen Anteil an der Deutschen Bank, der zeitweise beinahe 10 Prozent betragen hatte, zum Großteil wieder abgebaut. Nur noch 6,3 Prozent hielten die Chinesen zuletzt, berichtet Bloomberg. Eine vollständige Auflösung der Beteiligung sei möglich, zitiert die Nachrichtenagentur Personen, die mit der Sache vertraut seien.

Jedoch bemerkenswert: Zwar verloren die Aktien der Deutschen Bank in der Zwischenzeit etwa die Hälfte ihres Wertes, weil Investoren offenbar wenig Vertrauen in die Strategie und Erfolgschancen des Vorstandes fassen. HNA jedoch machte beim Verkauf der Papiere offenbar dennoch kaum Verluste.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Dass HNA einen Großteil seiner Deutsche-Bank-Investments schon beim Kauf über komplexe Optionsgeschäfte abgesichert hatte, war bereits bekannt. Jetzt enthüllt Bloomberg zumindest einen Teil des Erfolges dieser Absicherungsgeschäfte: Dem Bericht zufolge konnte HNA in diesem Monat Deutsche Bank-Aktien zu einem Preis von jeweils 16,70 Euro abstoßen. Zur Orientierung: Die Papiere notieren im Handel gegenwärtig unter der Marke von acht Euro, HNA erzielte also mehr als den doppelten Marktpreis für die Aktien.

Die Absicherung ("Hedge") in Sachen Deutsche Bank sei nur eine von vielen, die die Chinesen vorgenommen hätten, heißt es weiter. Dadurch habe HNA bereits Hunderte Millionen Dollar gespart. Allein in Bezug auf die Deutsche Bank beläuft sich der vermiedene Verlust bei dem chinesischen Investor demnach auf mehr als 200 Millionen Euro (226 Millionen Dollar).

Damit sind die Chinesen offenbar noch nicht am Ziel. Dem Bericht zufolge sollen vielmehr weitere Beteiligungen abgebaut werden. HNA müsse weitere Vermögenswerte liquidieren, die nicht zum Kerngeschäft gehören, zitiert Bloomberg einen Investmentexperten aus Hong Kong. Dazu gehöre auch die Deutsche Bank. "Es ist nach wie vor entscheidend für HNA, seine Geschäfte zu glätten", sagt der Fachmann.

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