19.11.2019 
Börse

Dow Jones bremst Dax aus

Der Dax erklimmt am Dienstag zeitweise ein 22-Monats-Hoch - und fällt dann wieder zurück. In den USA wird der Dow Jones nach der Rekordjagd von Gewinnmitnahmen belastet.

Auf und Ab: Der Dax hat am Dienstag zeitweise ein 22-Monats-Hoch erklommen. Zeitweise legte er um 1,2 Prozent auf 13.381 Punkte zu, fiel dann im späten Handel jedoch wegen der schwächeren US-Börsen zurück in die Verlustzone. Zum Handelsschluss auf Xetra notierte der deutsche Leitindex kaum verändert bei 13.221 Punkten. Seit Anfang Oktober hat der Index um rund 12 Prozent zugelegt. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von MTU Aero Engines , Lufthansa und Volkswagen mit Gewinnen von jeweils rund 2 Prozent.

MTU und Volkswagen im Dax gefragt

Unter den Einzelwerten im Dax stachen die Aktien von MTU mit plus 2,95 Prozent als Spitzenwert hervor. Sie profitierten Händlern zufolge vor allem von glänzend laufenden Geschäften des Flugzeugbauers Airbus , den der Triebwerksbauer beliefert.

Zu den Favoriten zählten auch die Papiere der Autobauer und -zulieferer, allen voran die von Volkswagen mit plus 1,80 Prozent. Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank sprach von einer Erholung, nachdem die Branche am Vortag geschwächelt hatte.

Im MDax kletterten die Anteile von Thyssenkrupp um 2,9 Prozent nach oben. Die Anleger reagierten positiv auf Nachrichten zur voranschreitenden Umstrukturierung des Industriekonzerns. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise schrieb, wurde die US-Bank Citigroup damit beauftragt, den Geschäftsbereich rund um industrielle Anlagen und Systeme (Industrial Solutions) unter die Lupe zu nehmen.

Auch Immobilienwerte standen im Fokus, nachdem der Gewerbeimmobilienkonzern Aroundtown ein bereits erwartetes Übernahmeangebot für den Konkurrenten TLG vorlegte. Sollte die angekündigte Fusion gelingen, würde daraus einer der größten Anbieter von Bürohäusern in Europa entstehen. Die Anteile von TLG stiegen im SDax um 2,43 Prozent, während die Aktien von Aroundtown im MDax moderater um 0,55 Prozent zulegten.


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Dow Jones und Nasdaq leicht im Minus

Am Dienstag setzten in den USA die ersten Gewinnmitnahmen ein: Der Dow Jones notierte im frühen Handel 0,3 Prozent im Minus und fiel wieder unter die Marke von 28.000 Zählern. Auch der Nasdaq Stock Market zeigte sich kaum bewegt. Zuletzt notierte der Tech-Index 0,2 Prozent im Plus.

Von US-Unternehmen gab es eher Schlechtes zu vermelden. So schraubte der Handelsriese Home Depot zum zweiten Mal in diesem Jahr die Wachstumsprognose für das laufende Jahr zurück. Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Papiere im vorbörslichen Handel um knapp fünf Prozent auf Talfahrt.

Aktien von Kohl's unter Druck

Noch härter traf es die Aktien des Einzelhändlers Kohl's. Sie brachen vorbörslich um elf Prozent ein, nachdem das Unternehmen das Gewinnziel für das Geschäftsjahr gekürzt hatte. Im dritten Quartal war der Umsatz deutlich weniger gestiegen wie Analysten erwartet hatten.

Dagegen hielten sich die Kursverluste von Urban Outfitters mit 1,8 Prozent in Grenzen. Die Bekleidungskette veröffentlicht im weiteren Verlauf des Tages den Geschäftsbericht für das dritte Quartal.

Broadcom-Aktien verteuerten sich vorbörslich um 2 Prozent, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley für die Papiere des Halbleiterherstellers zum Kauf geraten hatte.

Uneinheitliche Entwicklung in Asien

Die asiatischen Börsen haben sich am Dienstag uneinheitlich entwickelt. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen kletterte um ein Prozent auf 3947 Punkte und der Hang-Seng-Index in Hongkong rückte zuletzt um 1,4 Prozent auf 27.052 Zähler vor. In Tokio endete der Leitindex Nikkei dagegen ein halbes Prozent niedriger bei 23 292,65 Punkten.

Euro zum Dollar kaum verändert

Der Euro hat sich am Dienstag nur wenig bewegt und die Kursgewinne der vergangenen Handelstage gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1078 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Stand wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1061 Dollar festgesetzt.

Seit dem vergangen Freitag hat sich der Euro von jüngsten Kursverlusten erholen können, nachdem er zuvor unter die Marke von 1,10 Dollar gefallen war und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Am Morgen sprachen Marktbeobachter von einem impulsarmen Handel. Es stehen im Tagesverlauf kaum wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren können.

Ölpreise fallen leicht

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot kostete am Morgen 62,35 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 20 Cent auf 56,85 Dollar.

Seit Beginn der Handelswoche stehen die Ölpreise unter Druck. Als Ursache gilt vor allem die Sorge über die weitere Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zuletzt verunsicherten Meldungen, dass China weniger optimistisch auf ein Teilabkommen zur Entschärfung des Handelsstreits blicke. Nachdem zuvor vor allem die USA die Erwartung auf ein erstes Handelsabkommen zwischen den beiden Staaten geschürt hatten, belastete die neueste Nachrichtenentwicklung die Ölpreise.

Marktbeobachter erklärten den Preisdruck aber auch mit der Entwicklung der Ölreserven in den USA. Analysten erwarten einen neuerlichen Anstieg der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl. Erste Daten zu den US-Reserven werden am Abend erwartet.

mit Nachrichtenagenturen

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