16.04.2019 
Kursrally an der Börse

Dax klettert, US-Börsen nahe Rekordhoch

Der Dax klettert über die Marke von 12.100 Punkten und erreicht das höchste Niveau seit Oktober 2018. In den USA nehmen Dow Jones, Nasdaq und S&P nach der Aufholjagd im ersten Quartal nun neue Rekordhochs ins Visier.

Kursrally an den Börsen: Der Dax hat am Dienstag das höchste Niveau seit Oktober 2018 erreicht. Am Nachmittag baute der deutsche Leitindex seine Gewinne auf knapp 1 Prozent aus und kletterte damit über die Marke von 12.100 Punkten. Zu den größten Gewinnern im frühen Handel gehörten die Aktien der Lufthansa , des Zahlungsdienstleisters Wirecard und des Stahlkonzerns Thyssenkrupp .

"Das Umfeld für den Aktienmarkt ist günstig, denn die Risikobereitschaft nimmt mit der Fristverlängerung beim Brexit und positiven Signalen vonseiten der Handelsgespräche zwischen den USA und China zu", sagte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Helaba. Zudem hätten die bei Marktteilnehmern vorherrschenden Konjunktursorgen keine weitere Nahrung erhalten.

Die Aktie der Lufthansa schwankte am Dienstag stark. Zunächst zählte das Papier zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex, drehte dann aber ins Plus und visierte wieder die Marke von 22 Euro an. Die Fluggesellschaft verzeichnete im Zeitraum Januar bis März vor allem wegen höherer Treibstoffkosten einenoperativen Verlust von 336 Millionen Euro. Auch der Preisdruck sei zum Jahresauftakt höher gewesen.

Die Aktien von Wirecard setzten ihren vor ein paar Tagen gestarteten Höhenflug fort. Sie legten um 2,8 Prozent zu und notierten zeitweise über 117 Euro.

Wall Street: US-Börsen nahe Rekordhoch

In den USA dürften die wichtigsten Indizes erneut mit Gewinnen in den Handel starten. Die Zahlen von Bank of America , von United Health und von Johnson & Johnson locken Käufer hervor, alle drei Titel legten nach Vorlage ihrer Bilanz zu.

Sowohl Dow Jones als auch der marktbreite S&P 500 sind jeweils nur noch rund 1 Prozent von ihren Rekordhochs entfernt, der Kurseinbruch aus dem vierten Quartal 2018 ist wieder wettgemacht.

Dem Dow Jones fehlen nur noch 250 Punkte bis zu seinem Rekordhoch von knapp 26.800 Punkten, das er Anfang Oktober 2018 markiert hatte. Dem Tech-Index Nasdaq 100 fehlen derweil nur noch weniger als 0,5 Prozent zum neuen Rekordniveau.

Warten auf Zahlen von Netflix, IBM und der US-Großbanken

Allerdings warnten Analysten auch vor zu viel Optimismus angesichts weiterer Bilanzzahlen von US-Unternehmen. Mit Bank of America , Blackrock, IBM , Johnson & Johnson und Netflix stehen einige Schwergewichte auf der Agenda. Goldman Sachs hatte die Investoren am Montag mit einem Gewinneinbruch im ersten Quartal enttäuscht.

ZEW steigt: Konjunkturerwartungen der Börsianer hellen sich auf

Börsenprofis blicken zudem wieder etwas optimistischer auf die deutsche Konjunktur. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr stieg im April um 6,7 auf plus 3,1 Punkte und damit den sechsten Monat in Folge. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter 198 Analysten und Anlegern mit. Es ist der höchste Stand seit gut einem Jahr. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 0,8 Zähler erwartet. Das Barometer bleibt aber deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von plus 22,2 Punkten. Zudem wurde die aktuelle Lage das siebte Mal in Folge schlechter eingeschätzt.

Gute Vorgaben aus Asien

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Der japanische Nikkei schloss mit einem Plus von 0,24 Prozent bei 22 221,66 Punkten. Dämpfend auf die Kurse habe sich der festere Yen ausgewirkt, hieß es.

An der Wall Street ist nach den Kursgewinnen vom Freitag wieder Ernüchterung eingekehrt. Der US-Leitindex Dow Jones gab um 0,10 Prozent auf 26.384,77 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,06 Prozent auf 2905,58 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq verbuchte hingegen ein Plus von 0,01 Prozent auf 7629,12 Zähler.


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MDax: Zalando mit Kursrally

Im Nebenwerteindex MDax kletterten die Aktien von Zalando um 8,5 Prozent nach oben. Europas größter Online-Modehändler peilt für das erste Quartal einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags an.

Nachrichten gab es auch vom Biotechnologieunternehmen Morphosys , das sich Hoffnungen machen kann auf eine eventuell noch breitere Anwendung von Guselkumab. Der Lizenzpartner Janssen startete die klinische Entwicklung dieses Antikörpers in der Indikation familiäre adenomatöse Polyposis. Die Tests sind allerdings noch in einem sehr frühen Stadium.

Ansonsten dürften erneut Umstufungen im Blick stehen. So empfiehlt die Baader Bank die Aktie der Gea Group nun zum Verkauf und kritisierte, dass die Restrukturierung des Anlagenbauers kein Ende nimmt.

Die Privatbank Berenberg empfiehlt indes nun das Papier von Rational zum Kauf. Durch die Korrektur des Kurses seit September 2018 sei die Aktie des Herstellers von Großküchengeräten nun wieder attraktiv, hieß es. Die HSBC indes hob Drägerwerkauf "Hold" und glaubt, dass der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern die Talsohle wohl hinter sich gelassen hat. Zwar bleibe die Geschäftsentwicklung schwer vorherzusagen, doch die Eckdaten für das erste Quartal könnten die Stimmung verbessern.

Euro knapp über 1,13 Dollar

Der Euro hat im frühen Handel knapp über der Marke von 1,13 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1305 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1313 Dollar festgesetzt.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise haben bei ruhigem Handel leicht nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot kostete am Morgen 70,99 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um neun Cent auf 63,31 Dollar.

Am Markt war die Rede von einem eher impulslosen Handel. Für leichte Belastung sorgte die Erwartung einer weiter steigenden Rohölproduktion in den USA. Die Vereinigten Staaten haben ihre Förderung in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet und zählen mittlerweile zu den drei größten Förderern der Welt. In absehbarer Zeit soll das Land sogar zum Nettoexporteur werden, also eine höhere Ausfuhr als Einfuhr aufweisen.

Gestützt werden die Erdölpreise dagegen durch die anhaltend knappe Produktion des Ölkartells Opec und mit ihm verbündeter Staaten. Auch sorgen hohe Förderausfälle im Krisenland Venezuela für ein knappes Angebot.

mit Nachrichtenagenturen

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