08.03.2019 
Konjunktursorgen drücken Dax

BMW, Conti und VW unter Druck

Schwache Daten aus China und Deutschland schüren Konjunktursorgen. Dax-Anleger halten sich zurück. Der Index rutscht Richtung 11.400 Punkte ab. Aktien von BMW, Continental und Volkswagen leider überproportional.

Schwache Wirtschaftsdaten aus China und Deutschland haben am Freitag die Ängste der Finanzmarktakteure vor einer sich abkühlenden Weltwirtschaft verstärkt. Nach einem bereits schwachen Handelsstart lag der Dax am Nachmittag mit 0,78 Prozent im Minus bei 11.427 Punkten. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine Vortagesverluste an. Auf Wochensicht steuert der Dax damit auf ein Minus zu - es wäre der erste seit gut einem Monat.

Von der Beschäftigung in den USA gab es gemischte Signale. Zwar stiegen die Stundenlöhne im Februar recht kräftig, die Zunahme der Beschäftigung fiel jedoch enttäuschend aus. Größere Spuren hinterließen die Zahlen beim Dax aber bislang nicht.

Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, gab am Freitag zuletzt um 0,92 Prozent auf 24214,78 Zähler nach. In Europa ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ebenfalls um knapp ein Prozent abwärts. Auch an der Wall Street stellen sich die Händler auf Kursverluste zur Startglocke ein.

In China waren angesichts des Handelskrieges mit den USA die Exporte aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Februar um mehr als ein Fünftel gefallen. Zudem verzeichnete die deutsche Industrie im Januar einen überraschend starken Dämpfer beim Auftragseingang.

Dies sei zusätzliches Öl ins Feuer der Konjunktursorgen, erläuterte Marktexperte Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Am Donnerstag hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse an den Börsen gen Süden geschickt, weil sie ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone senkte. Da die Konjunktur womöglich schlechter dastehe als gedacht, nähmen die Anleger nach dem Börsenanstieg seit Jahresbeginn nun lieber Gewinne mit, schrieb Michael Hewson vom Londoner Broker CMC Markets.

Auf Unternehmensseite lasteten die mit Chinas schwächerer Wirtschaft verbundenen Ängste einmal mehr auf den Autobauern und ihren Zulieferern. Zu den größten Dax-Verlierern gehörten die Aktien des Reifenherstellers Continental mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. BMW und Volkswagen verloren in ähnlicher Höhe. Die Papiere von Thyssenkrupp waren am Nachmittag bei Verlusten von mehr als 3 Prozent der größte Verlierer im Dax.

Chinas Automarkt war lange der Wachstumsmotor der Branche. Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Aufschwungs gingen die Verkäufe dort zuletzt aber zurück. Hinzu kamen vor dem Wochenende Nachrichten aus der Branche: Der BMW-Absatz war im Februar wegen des Modellwechsels in der 3er-Reihe eingeknickt. Zudem plant VW laut "Handelsblatt" ein neues milliardenschweres Sparprogramm.


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Aktien von Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia schafften es an die Dax-Spitze und markierten ein neuerliches Rekordhoch. Auch europaweit standen Immobilienwerte hoch im Kurs, da sie vom niedrigen Zinsniveau der EZB profitieren.

Deutsche Bank und Commerzbank standen wegen eines neuerlichen Berichts über ein mögliches Zusammengehen im Blick. Seit Monaten wird darüber spekuliert. Beide Papiere notierten zuletzt im Minus.

Die Aktien des Hypothekenfinanzierers Aareal Bank verloren als einer der schwachen im MDax unterdessen 2,6 Prozent. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wurde die Kapitalquote des Instituts in einer Überprüfung der internen Risikomodelle von 65 Instituten durch die Europäische Zentralbank am stärksten getroffen. Die Auswirkungen sind aber schon in der Jahresbilanz der Aareal Bank für 2018 berücksichtigt.

Eine Verkaufsempfehlung von Mainfirst setzte die Papiere des Autozulieferers Schaeffler unter Druck. Mit mehr als drei Prozent Abschlag knüpften sie an ihre jüngste Verlustserie an.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite fiel von 0,03 Prozent am Vortag auf minus 0,03 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,30 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,02 Prozent auf 164,56 Punkte vor.

Der Euro in Dollar notierte nach den US-Arbeitsmarktdaten zum US-Dollar mit 1,1231 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1271 Dollar festgesetzt.

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