04.03.2019 
Börse

Dax-Anleger zaudern zum Schluss

Nach dem Jahreshoch Ende vergangener Woche startete der Dax am Montag zunächst mit Gewinnen. Dann verließ die Anleger der Mut, der Dax gab seine Gewinne zum Handelsschluss wieder ab und ging kaum verändert aus der Sitzung.

Nach seinem freundlichen Start hat der Dax am Montag im Handelsverlauf an Fahrt verloren. Zum Handelsschluss notierte der Leitindex 0,08 Prozent leichter bei 11.593 Punkten. Hatte die Freude über eine weitere Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit noch die asiatischen Börsen beflügelt, konnte sie die hiesigen Märkte bislang nicht weiter kräftig antreiben. Damit blieb das Börsenbarometer unter seinem vor dem Wochenende erreichten Jahresrekord von 11.676 Zählern. Der MDax dagegen verteidigte zum Wochenstart ein moderates Plus. Er ging 0,28 Prozent höher bei 24.727 Zählern aus dem Handel.

Aktien von Infineon Bayer und Henkel führten den Dax mit Gewinnen von jeweils rund 1 Prozent an. Am Index-Ende gaben Wirecard , Lufthansa und Fresenius Medical Care zwischen 1,6 und 2,2 Prozent nach.

Die US-Medikamentenaufsicht FDA hatte Bayer den "Orphan Drug"-Status für das Mittel Sorafenib als Medikamentenkandidat gegen Desmoid-Tumore und aggressive Fibromatose - eine Bindegewebswucherung - gewährt. Der Status wird Mitteln gegen seltene Leiden vergeben. Mit Blick auf Fresenius Medical Care wiederum verwies ein Händler auf einen Medienbericht, demzufolge die Trump-Administration an einem neuen Vergütungsansatz für Dialysepatienten arbeite, mit der eine kostengünstigere Behandlung zu Hause und Transplantationen bevorzugt würden.

An der Spitze des MDax notierten Aktien von Wacker Chemie rund 5,3 Prozent fester. Händler verwiesen auf anziehende Preise für Polysilizium - einen Grundstoff für die Solarindustrie, den auch Wacker herstellt. Aktien von Kion gewannen rund 5 Prozent. Analyst Peter Rothenaicher wertete einen jüngsten Kursrutsch bei den Titeln des Gabelstapler-Herstellers als "merkwürdig" und bekräftigte am Montag seine Kaufempfehlung für die Papiere.

Ansonsten war der Terminkalender am Rosenmontag vergleichsweise leer: In Genf hat der Autosalon seine Türen geöffnet. Die Autobauer sehen die Messe als ein Signal zum Aufbruch in die Elektromobilität. Nach Börsenschluss in den USA lässt sich der SAP-Konkurrent Salesforce in die Bücher blicken.

Nachdem sich zunächst die USA positiv über den Verlauf der Verhandlungen geäußert hatte, war am Montag auch in Peking von "substanziellen Fortschritten" die Rede. Angesichts der Fortschritte ist von einem möglichen Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende März in Florida die Rede, um mit US-Präsident Donald Trump eine weitreichende Handelsvereinbarung zu unterzeichnen.


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Papiere von Borussia Dortmund brachen unterdessen um 9 Prozent ein, nachdem der Club am Wochenende in der Fußball-Bundesliga seinen Vorsprung auf den großen Rivalen FC Bayern München einbüßte. Nicht nur bei Fans, sondern auch bei den Aktionären war entsprechend Katerstimmung angesagt. Einem Börsianer zufolge ist derzeit im Rennen um die Meisterschaft das Momentum ganz klar beim FC Bayern.

Am deutschen Anleihenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,08 Prozent am Freitag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,88 Punkte. Der Bund-Future legte 0,27 Prozent auf 165,58 Punkte zu. Der Euro kostete zuletzt 1,1343 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag auf 1,1383 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8785 Euro./tih/stw

dpa-afx / reuters

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