21.02.2019 
Das Rennen der Mitfahrdienste

Lyft könnte noch vor Uber an die Börse fahren

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Der US-amerikanische Mitfahrdienst Lyft ist seinem deutlich größeren Wettbewerber Uber offenbar immer ein kleines Stück voraus. So hatte das Unternehmen im Dezember wenige Tage vor Uber vertrauliche Unterlagen für den geplanten Börsengang bei der SEC eingereicht. Auch beim eigentlichen Börsengang könnte Lyft wieder das Rennen machen.

Lyft werde wahrscheinlich bereits kommende Woche Einzelheiten zum geplanten Börsengang bekanntgeben, im März auf Roadshow bei den Investoren gehen, um schließlich Ende Märze an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert zu werden, berichtet das "Wall Street Journal". Uber hingegen benötige noch einige Wochen zur Vorbereitung seiner Emission, heißt es ergänzend in einer Reuters-Meldung.

Unerheblich ist der zeitliche Vorsprung für die IPO-Kandidaten wohl nicht. Wer früh die Fakten auf den Tisch legt und seine Anteilsscheine öffentlich zum Kauf anbietet , dürfte unter den Investoren mehr Aufmerksamkeit erlangen. Lyft würde als First Mover zugleich zum Lackmustest dafür werden, wie Fahrdienste, die hochdefizitär arbeiten aber noch viel Geld brauchen, bei Investoren ankommen.

Das Umfeld für Börsengänge gilt als gut

Das Umfeld für Börsengänge indes gilt aktuell als gut: Technologiewerte sind gefragt: Seit Jahresbeginn hat der Nasdaq Composite rund 13 Prozent zugelegt. Die US-Wirtschaft wächst, und die US-Notenbank Fed lässt durchblicken, dass sie es mit Zinserhöhungen nicht wirklich eilig hat. Gute Voraussetzungen also.

Lyft hatte nach seiner letzten bekannten, von Fidelity Investments angeführten Finanzierungsrunde etwa 600 Millionen Dollar eingesammelt, was den Unternehmenswert auf rund 15 Milliarden Dollar hochgeschraubt hatte, hieß es in anderen Berichten. Laut Reuters peile der Fahrdienstleister beim Börsengang eine Bewertung oberhalb von 20 Milliarden Dollar an.

Befürchtungen, dass der bislang längste Shutdown in der US-Geschichte zu einem IPO-Stau bei der SEC führen könnte, die eingereichte Unterlagen annehmen und prüfen muss, scheinen sich demnach nicht zu bestätigen. Die US-Börsenaufsicht arbeite seit dem Ende des Regierungsstillstands in Rekordzeit die zu geplanten Börsengängen eingereichten Unterlagen ab, berichtet das "Wall Street Journal".

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